Tag-Archiv für » Leben «

Hinter verschlossenenen Türen

Donnerstag, 1. März 2007 22:33

Der gestrige Abend brachte für Johannes und mich eine interessante Erfahrung: Wie es ist, wenn man aus seiner Wohnung möchte und die Türe einfach nicht aufgeht.

Irgend ein Teil des Schließmechanismus war gebrochen, so dass die Türe weder mit der Klinke noch mit dem Schlüssel zu öffnen war. Zum Glück hatten wir noch genügend Vorräte ;-)

Heute morgen hatten wir zum Ausgleich das Vergnügen, eine Viertelstunde lang den Bohrgeräuschen des Spezialisten zu lauschen und live mitzuverfolgen, wie man eine Türe aufbricht.

Jedenfalls sind wir wieder frei, haben eine reparierte Türe und sind um eine lustige Erinnerung reicher.

Thema: Allgemein | Kommentare deaktiviert | Autor:

Verstand und Grund

Sonntag, 25. Februar 2007 4:21

Weiter geht es mit der philosophischen Serie: Im letzten Eintrag schloss ich mit der Frage, woher die Ziele kommen sollen, an denen wir unser Leben ausrichten können.

Um sie zu beantworten ist ein kleiner Einschub vonnöten: Verstand und Grund

Grundsätzlich stehen uns auf der Suche nach Antworten verschiedene Werkzeuge zur Verfügung. Das erste, und des Philosophen Liebstes (ganz zu schweigen von mir), ist die geschärfte Ratio. In diesem Zusammenhang erscheint mir eine Eigenart des Verstandes besonders bemerkenswert: Er ist ein Informationsverarbeiter im engeren Sinn, d.h. er macht aus einer Eingabe eine Ausgabe.

Konkret bedeutet das meistens: Aus bestimmten Annahmen über den Zustand und die Funktionsweise der Welt, verbunden mit der Vorstellung eines wünschenswerten Zustandes, entwirft der Verstand einen Weg zum gewünschten Ergebnis. ((An dieser Stelle muss ich vielleicht noch einschieben: Im Alltag beschäftigt sich der Verstand oft gar nicht damit, Wege irgendwo hin zu entwerfen, sondern er zeichnet bereits eingetretene Ereignisse nach, im berühmten Verstehen. Entscheidend ist: Auch hier wird offensichtlich mit etwas gegebenem gearbeitet. Außerdem dient diese Art zu denken meiner Meinung nach genau dazu, später einen genügenden Vorrat an plausiblen Annahmen über die Funktionsweise der Welt zur Verfügung zu haben.)) Das kann, muss aber nicht und tut meistens nicht, mit formallogischen Mitteln geschehen. Wird der Verstand auf philosophische Fragestellungen angewendet, abstraktere Themen, nähert sich die Vorgehensweise automatisch, auch ohne entsprechende Schulung, der formalen Logik an, die verwendeten Prämissen werden klarer.

Jetzt sei der Freude halber die Gelegenheit genützt, eine weitere Eigenart des Verstandes zu demonstrieren, auch wenn man unter Berufung auf den Augenschein schneller zum Ziel käme: Durch sein abstraktes Arbeiten kann der Verstand recht problemlos sich selbst zum Gegenstand nehmen. Nimmt man die eben erarbeitete allgemeine Funktionsweise des Verstandes (ableitend) als Basis ergibt sich logisch, dass der Verstand prinzipiell, strukturell ungeeignet ist, die letzte Basis, das letzte Wozu zu beschaffen. Müsste er doch dazu genau: Aus Nichts Etwas erzeugen, und greift ins Leere.

Bezugnehmend auf den letzten Eintrag zum Thema stehen wir jetzt aber buchstäblich mit leeren Händen da: Der Glaube an irgendwelche Offenbarungen ist rational zerlegt, anschließend demonstriert die Ratio ihre eigene Ohnmacht. Wohin nun?!

Zuallererst ins Bett, auf dass ich noch etwas Schlaf erheische, bevor die Sonne aufgeht… :-)

Thema: Allgemein | Kommentare (2) | Autor:

Die Wozu-Kette

Sonntag, 25. Februar 2007 0:36

Nach einigen Computerfernen Tagen mit guten Büchern (dazu später mehr), Gesprächen (es ist so schön zu Hause zu sein) und Zeit zum Nachdenken beginnt hiermit eine kleine Serie zu einem großen Thema.

Als Mensch, der dazu neigt die Dinge vom Anfang zu ihren Konsequenzen zu denken bin ich über die Verunsicherung, was meine berufliche Zukunft angeht, zu immer tieferer Verunsicherung vorgedrungen, an deren Ende die Frage steht: Wozu will ich leben?!

Es ist nicht viel Phantasie nötig, um sich auszumalen, dass damit der komplette Themenkreis religiöser Gedanken aufgewirbelt ist.

Als ersten Schritt also wie im Titel angekündigt, Gedanken zur „Wozu-Kette“:

[…]

Thema: Allgemein | Kommentare (3) | Autor:

Sportidee: Unterwasser-Rugby

Sonntag, 25. Februar 2007 0:08

Nachdem ich bekanntermaßen eine hohe Affinität zum Wasser habe, besonders was sportliche Aktivitäten angeht, hat mich ein Bericht über Unterwasser-Rugby in der Zeit echt fasziniert. Die folgenden Ausschnitte machen deutlich, dass ich das unbedingt mal ausprobieren muss. Ich werde nach Gelegenheiten Ausschau halten. Ein bisschen ärgert es mich im Nachhinein, dass in München nach meinem Schwimmtraining im Hochschulsport immer eine Unterwasser-Rugby-Gruppe gespielt hat, und ich nur mit irritiertem Blick daran vorbeigeschlendert bin. Hoffentlich hat da auch das kleine Freiburg etwas zu bieten!

[…]

Thema: Allgemein | Kommentare deaktiviert | Autor:

Wir werden alle glücklich sein: Positive Psychologie

Dienstag, 13. Februar 2007 2:52

Eine Entwicklung der zeitgenössischen Psychologie macht mir gerade Angst. Sie kommt (wie könnte es anders sein) aus Amerika, ist mit einem der ganz großen Namen der modernen, kogntiven Psychologie verbunden (Martin Seligman, bekannt für seine Arbeit zu Depression), und mit einer netten Anekdote verknüpft:

Seligman likes to tell the story of how his daughter Nikki, when she was 5, accused him of being a grouch. She reminded him that he had criticized her for being whiny and that she had worked hard to stop whining. If she could stop being whiny, he could stop being grumpy. He realized, he says, that she was right, that he was “a pessimist and depressive and someone of high critical intelligence” and that he needed to change. Seligman, who at 54 had just been elected president of the American Psychological Association and was renowned for his hard science — most of his research had been in depression — decided to put his considerable talents into finding out “what made life worth living.”

Happiness 101 — New York Times

Im Grunde tut er damit ja etwas, was ich auch mache, zur Zeit ja mal wieder besonders intensiv. Wo er allerdings hinkommt auf seiner Suche, das finde ich gruselig:

[…]

Thema: Allgemein | Kommentare (1) | Autor:

Im Zug in die Zukunft

Dienstag, 6. Februar 2007 10:36

Gestern habe ich ja den ganzen Nachmittag in Regionalzügen verbracht, auf dem Weg nach München, wo ich jetzt gerade dabei bin, den Studienplatztausch zu regeln. Nicht so einfach wie gedacht (und ich dachte nicht es wäre einfach!) aber dazu später mehr.

Im Zug nämlich wurde mir igendwann ein diffuses, komisches Gefühl bewusst. Und nach einer Weile kam ich auch auf den Grund: Die Züge, in denen ich unterwegs war, waren nicht überfüllt, aber doch ordentlich besetzt. Und zwar mit lauter alten Leuten! Unglaublich. Wahrscheinlich macht das die Reisezeit Montagnachmittags. Ich hoffe es!

Denn das war ein Bild von Deutschland, wie es nur die schlimmsten demographischen Prognosen vorhersagen. Gruselig, super-gruselig. Ich habe mich wirklich in einen Film über das Rentner-Paradies des Jahres 2050 versetzt gefühlt. Wie wohltuend dagegen, hier im Computerraum der LMU zu sitzen!

Thema: Allgemein | Kommentare deaktiviert | Autor:

Uff! Update oder: Sonntagnachmittag am Computer

Sonntag, 4. Februar 2007 18:58

Was für eine Qual: Das Update meiner Blog-Software und aller dazugehörigen Erweiterungen und Sachen ist nicht die schönste denkbare Sonntagnachmittagsbeschäftigung. Aber jetzt bin ich wieder auf dem neuesten Stand. Und habe bei der Gelegenheit die Technik-Seite um einen Abschnitt für Blogger erweitert. Dort ist meine genaue Installation aufgelistet, für alle Interessierten. Und mit der Linksammlung da finde ich selbst in Zukunft meine Sachen hoffentlich schneller wieder.

Thema: Allgemein | Kommentare deaktiviert | Autor:

Blaise Pascal und der Glaube – Du musst nicht, aber es ist deine einzige Chance

Sonntag, 4. Februar 2007 13:55

Schon vor einiger Zeit war ich in der „Philosophischen Hintertreppe“ ein wenig verwirrt, als ich von Blaise Pascal gelesen hatte: Großer Skeptiker, Mathematiker, Genie, der sich in seinen späten Jahren ganz entschieden in den Glauben geworfen hat. Was mir damals völlig unverständlich war, wird ein wenig klarer durch eine Anekdote, die die ZEIT berichtet:

Das Mathematik– und Physikgenie Blaise Pascal, das im 17. Jahrhundert lebte, wettete mit einem Freund, ob es Gott gebe oder nicht. Der Freund wettete, es gebe keinen: »Was bekomme ich, wenn ich gewinne«, fragte er. »Nichts«, antwortete Pascal, »du magst dann zwar Recht haben, aber du hast trotzdem verloren. Und ich auch. Wenn es keinen Gott gibt, ist das Leben sinnlos und leer.« – »Und wenn du gewinnst?«, fragte der Freund. »Dann haben wir beide gewonnen«, sagte Pascal. Das, meinte der Freund, beantworte aber nicht die Frage nach der Existenz Gottes. »Stimmt«, sagte Pascal, »aber es macht klar, dass du dich entscheiden musst und dass die Entscheidung für dein Leben Folgen hat: Du musst zwischen zwei Antworten wählen, die mit gleicher Wahrscheinlichkeit richtig sind: Die eine Antwort hat gute Folgen, die andere schreckliche. Wie kannst du da zögern?« Der Freund fragte: »Und wenn ich mich irre?«– »Macht nichts«, versetzte Pascal, »dann hast du eine schöne Illusion gehabt. Andernfalls hättest du das Nichts gewählt. Das macht nicht glücklich.« Der Freund fragte: »Ich muss also an Gott glauben?«– »Du musst nicht«, antwortete Pascal, »aber es ist deine einzige Chance.«

ZEIT online — Leben — GOTT ODER NICHT GOTT? : Ich glaube

Thema: Allgemein | Kommentare (4) | Autor:

Süddeutsche-Titel: Nahost-Machos: Israel ist eine Männer-Gesellschaft

Donnerstag, 25. Januar 2007 22:31

Oh Mann. Ich will ja nichts gegen Israel sagen. Aber ich will etwas dagegen sagen, dass man nichts gegen Israel sagen darf, außer die Kritik ist so schreiend, dass sie gar nicht ignoriert werden kann.

Aber im Prinzip geht es hier gar nicht so sehr um Israel. Es geht darum, dass Krieg und das Denken in kriegerischen Kategorien weit weit in Gesellschaften hineinwirkt. Und deshalb nicht passieren sollte. Ganz pragmatisch, unabhängig von grundsätzlichen moralischen Erwägungen.

Das hier ist also ein Interview aus der SZ, von mir zitiert aus jetzt.de:

Der Fall Katzav berührt ein lange tabuisiertes Thema in der israelischen Gesellschaft — die Position der Frauen in einer militärisch geprägten Männerwelt. Rina Bar-Tal, die Vorsitzende des Israel Women’s Network, gehört zu denen, die für Veränderungen kämpfen.

Sind die sexuellen Übergriffe, die Präsident Moshe Katzav vorgeworfen werden, ein Einzelfall — oder symptomatisch für ein tieferliegendes Problem der israelischen Gesellschaft?
[…]

Thema: Allgemein | Kommentare (1) | Autor:

Lebenszeitökonomie

Donnerstag, 25. Januar 2007 0:55

Das internationale Zahlungsmittel, überall anerkannt: Lebenszeit. Sehr knappe Resource, sonst müsste ich nicht nachts um kurz vor eins meine Einträge hier schreiben.

Eine Frage, die sich mir gerade ganz akut stellt: Wie viel meiner Lebenszeit möchte ich in banale Euros tauschen, und zu welchem Kurs? Mache ich den Hiwijob in der Sozialpsychologie oder mache ich ihn nicht?

Der Wert dessen, was außer Geld dabei rausspränge, ist meiner derzeitigen Perspektive nach sehr gering. Also werde ich wohl eher versuchen, mich fernzuhalten. Wenn ich nur wüsste, was ich statt dessen machen möchte?!

Leider kann man die Lebenszeit ja nicht auf einer Bank lagern und dann investieren, wenn man das richtige Spekulationsobjekt gefunden hat. Muss laufend ausgegeben werden ;-)

Thema: Allgemein | Kommentare (1) | Autor: