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Schokolade

Montag, 30. Juli 2007 18:01

Beim Schmökern auf einer übrigens sehr lustigen, lesenswerten Stil-Benimm-Geschmack-Seite auf Zeit.de bin ich auf ein gesundheitlich wie Veganismus-bezogen interessantes Thema gestoßen: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen „bitterer“ und „normaler“, also Milchschokolade?

Das, was wir Bitter– oder Herrenschokolade nennen, unterscheidet sich von Vollmilchschokolade im Wesentlichen in der Zusammensetzung: Die dunkle ist üblicherweise milchfrei und besteht zu annähernd gleichen Teilen aus Kakaomasse und Zucker und enthält nur ein ganz kleines bisschen (vier Prozent) Kakaobutter. Die Vollmilchvariante besteht ebenfalls knapp zur Hälfte aus Zucker – hierin liegt also schon mal kein gesundheitsrelevanter Unterschied! – aber nur zu 12 Prozent aus Kakaomasse. Dafür stecken je etwa 20 Prozent Kakaobutter und Milchpulver drin. Ihre Frage könnte man also aufdröseln in: Ist Kakaomasse gesünder als Kakaobutter und Milchpulver?

[…]

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Schöne deutsche Sprache

Samstag, 23. Juni 2007 0:17

Ich höre und lese immer mit Vergnügen, wenn in anderen Sprachen deutsche Wörter auftauchen. Irgendwie finde ich das ein Symbol für eine spannende philosophische Vergangenheit, und gleichzeitig Quelle für interessante interkulturelle Überlegungen. Was sagt es über die kulturelle Bedingtheit von menschlichen Erfahrungen, dass bestimmte Menschengruppen offensichtlich lange Zeit ohne Begriffe auskamen, die uns selbstverständlich sind? Und dass sie sie dann irgendwie und irgendwann doch nützlich fanden?

Konkret tauchte jetzt im Anfang des Technologie-Newsletters der NYTimes, geschrieben vom berühmten David Pogue, ein Wort auf, worauf ich nicht so stolz bin:

Readers seem to love it when they hear about tech “experts” like me getting trapped in technical hell. Seems to be a form of schadenfreude, that delicious German word meaning, “taking pleasure in other people’s misfortune.”

In any case, here’s a great one for all you schadenfreudians.

Finding a Hassle-Free Way to Send Files

Wie komisch dieses Konzept eigentlich ist macht mir erst die englische Definition klar, es hilft doch oft, die Dinge aus der Ferne zu betrachten:

pleasure derived by someone from another person’s misfortune.

ORIGIN German, from Schaden ‘harm’ + Freude ‘joy.’
(aus dem schönen „Oxford American Dictionaries“, das mein Mac kostenlos dabei hat… ;-) )

Hm. Was bleibt da noch zu sagen?

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Sarkozy ganz „menschlich“

Freitag, 15. Juni 2007 10:11

Wer mich als Antialkoholiker kennt wird verstehen, warum ich die Menschlichkeit im Titel in Anführungszeichen gesetzt habe… Sarkozy scheint im Gespräch mit Putin „offensichtlich nur Wasser getrunken“ zu haben, wie der französische Nachrichtensprecher in diesem Youtube-Filmchen süffisant anmerkt. Ebenfalls sehenswert ist dieser längere Ausschnitt, besonders wenn man französisch kann.

Kontext sind natürlich die Verhandlungen zur G8.

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Wie kostenlose Browser Geld verdienen

Freitag, 15. Juni 2007 9:58

… und zwar nicht wenig — anlässlich der Nachricht, dass Apple seinen Browser „Safari“ jetzt auch für Windows veröffentlicht hat Basti einen interessanten Post darüber geschrieben, wie kostenlose Browser für Einnahmen bei den Entwicklern sorgen.

Der Trick sind die unscheinbaren Suchfelder oben in der Ecke — für jede Suche, die darüber gestartet wird, erhalten die Programmierer einen Teil der Werbeeinnahmen beispielsweise von Google. Und das ist eine Menge :-) Damit soll etwa Mozilla, die Entwickler von Firefox, im Jahr 2005 50 Millionen Dollar verdient haben.

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Pharma-Firmen, Markt und Gesundheit und so …

Mittwoch, 13. Juni 2007 22:32

Ein schon etwas älterer Artikel aus der NYTimes, mit immer noch schockierendem Inhalt. Das Thema ist ein für mich mittlerweile schon recht altes, für das ich aber gerne Belege sammle, mit einer Mischung aus Freude und Grauen, um ganz ehrlich zu sein.

Es bestätigt sich meine These, dass ein Unternehmen, um am Markt zu bestehen, nicht nur versuchen kann, sich optimal an die Bedürfnisse der Konsumenten anzupassen — sondern auch einfach die Nachfrage der Konsumenten an die eigenen Produkte anpassen. Das klappt besonders gut, wenn die Konsumenten gar nicht selbst informiert entscheiden können, etwa bei Empfängern von Medikamenten, und noch besser natürlich bei Kindern:

From 2000 to 2005, drug maker payments to Minnesota psychiatrists rose more than sixfold, to $1.6 million. During those same years, prescriptions of antipsychotics for children in Minnesota’s Medicaid program rose more than ninefold.

Those who took the most money from makers of atypicals tended to prescribe the drugs to children the most often, the data suggest. On average, Minnesota psychiatrists who received at least $5,000 from atypical makers from 2000 to 2005 appear to have written three times as many atypical prescriptions for children as psychiatrists who received less or no money.

Psychiatrists, Children and Drug Industry’s Role — New York Times, Hervorhebungen von mir

Erstaunt es wirklich, dass das an Ärzte bezahlte Geld deren Verschreibungspraxis beeinflusst? Würden die Firmen diese Zahlungen vornehmen, wenn es nicht so wäre? Finden wir das schön, wenn es um Psychopharmaka geht?

Nachdem ich das Zitat nochmal gelesen habe überwiegt doch wieder das Grauen…

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Statistiken visualisieren – Mythen über die Dritte Welt

Freitag, 4. Mai 2007 11:27

In Youtube bin ich auf ein Video von der TED gestoßen, das in doppelter Hinsicht interessant ist: Erstens inhaltlich, es werden Mythen über die Dritte Welt untersucht.

Und zweitens wegen der Präsentation, die technisch brillant ist, mit einem Programm zur Visualisierung von Statistiken, das mir gelinde gesagt revolutionär vorkommt. Hier ist ein Vorgeschmack (Wobei das Ding definitiv von der Bewegung lebt):

Visualisierung

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Studentenleben – Studiengebühren

Mittwoch, 2. Mai 2007 23:36

Eigentlich wäre ja ein Eintrag fällig, der erklärt warum ich über einen Monat nichts geschrieben habe hier. Allerdings wäre der so lange (in einem Satz: Ich habe nicht geblogt weil ich sonst zu viel gemacht und erlebt habe), dass ich ihn jetzt nicht schreiben kann. Und wenn ich nichts anderes schreibe, bis der Was-War-Alles-Los Artikel geschrieben ist, dann schreibe ich vielleicht nie wieder. Denn Langeweile stellt sich hier in absehbarer Zeit nicht ein ;-)

Deshalb hier nur ein ganz banaler, kleiner Verweis auf einen Artikel in der Süddeutschen mit dem schönen Titel „Bettelstudent“. Dort werden sehr vernünftig die Effekte der Studiengebühren untersucht. Das „fragile System der Mischfinanzierung“ ist denke ich ein sehr schönes und treffendes Bild. Hier sind die Zahlen:

Die Studienbeiträge von bis zu 500 Euro pro Semester bringen das fragile System der „Mischfinanzierung“ aus dem Gleichgewicht, mit dem sich die Mehrzahl der Studenten über Wasser hält. Nach der letzten Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks aus dem Jahr 2003 haben nur zwölf Prozent das Privileg, das gesamte Studium von den Eltern bezahlt zu bekommen. Zwar werden insgesamt 89 Prozent der Studis von ihren Erzeugern in irgendeiner Weise unterstützt. Doch 63 Prozent müssen nebenher jobben, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Für vier Prozent ist die eigene Arbeit die einzige Finanzie-rungsquelle. Und 27 Prozent erhalten Bafög, das allerdings schon seit Jahren nicht mehr an die steigenden Lebenshaltungskosten angepasst worden ist.

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Graswurzel-Journalismus

Dienstag, 20. März 2007 15:57

Mit Assignment Zero entsteht gerade ein Projekt, das den Journalismus endgültig aus der Hand weniger Experten in die Masse entlassen soll.

Der Gedanke ist bestechend: Es werden Informationen zusammengetragen, die jeder aus erster Hand hat. Jeder ist Experte für irgendwas. Allerdings entsteht auch dort sofort das Wikipedia-Problem: Wer kontrolliert, wer gewichtet, wer bewertet? Alles zentrale Aufgaben eines „echten“ Journalisten.

Bin trotzdem gespannt:

Journalism has always been a product of networks. A reporter receives an assignment, begins calling „sources“ — people he or she knows or can find. More calls follow and, with luck and a deadline looming, the reporter will gain enough mastery of the topic to sit down at a keyboard and tell the world a story.

A new experiment wants to broaden the network to include readers and their sources. Assignment Zero (zero.newassignment.net/), a collaboration between Wired magazine and NewAssignment.Net, the experimental journalism site established by Jay Rosen, a professor of journalism at New York University, intends to use not only the wisdom of the crowd, but their combined reporting efforts — an approach that has come to be called „crowdsourcing.“

Can large groups of widely scattered people, working together voluntarily on the net, report on something happening in their world right now, and by dividing the work wisely tell the story more completely, while hitting high standards in truth, accuracy and free expression?“ Professor Rosen asked last week on Wired.com.

All the World’s a Story — New York Times

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Unternehmen in der Verantwortung

Dienstag, 20. März 2007 15:39

Unser Bundespräsident mahnt die Unternehmen zu mehr gesellschaftlicher Verantwortung, dasselbe tut die Bundeskanzlerin. Durchaus in schönen Worten, hier zum Beispiel Köhler:

„Es reicht nicht mehr, sich nur um die Arbeitnehmer zu kümmern und ab dem Werkstor ist es wurscht“, sagte Bundespräsident Horst Köhler dem Magazin Focus.

Köhler wies die Firmen auf eine Fülle von Möglichkeiten hin, sich zu beteiligen, wie die Ausstattung von Schulen mit Computern oder die Renovierung von Klassenräumen.

Nur gesunde Unternehmen können sich sozial engagieren“, sagte der Bundespräsident, der auf seiner Lateinamerika-Reise zahlreiche sozial engagierte Unternehmer getroffen hatte. „Aber nur Unternehmen, die sich sozial engagieren, bleiben auf Dauer auch erfolgreich.“

Appell des Bundespräsidenten Köhler mahnt deutsche Wirtschaft zu mehr Verantwortung — Deutschland — sueddeutsche.de (Hervorhebung von mir)

Erstens wäre es schon mal nett, wenn sich um Arbeitnehmer gekümmert würde.

Zweitens hat Köhlers Aussage einen ganz zentralen Haken. Die hervorgehobene Behauptung ist nämlich erst mal das: eine Behauptung. Warum es sich für die Unternehmen lohnen soll, sich zu engageiren, leuchtet mir nicht ein.

Wobei ich an der Stelle betonen möchte, dass es sich natürlich lohnt, als sozial engagiert in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Allerdings ist echtes Engagement dafür meiner Meinung nach so ungefähr der schlechteste Weg. Und die immens wachsenden Ausgaben für PR legen nahe, dass das nicht nur ich so sehe.

Irgendwie hat das Thema einen Bezug zur Evolutionstheorie. Wie soll in einem „grausamen“ System, in dem jeder für sich selbst sorgen, jeder individuell vorankommen muss (sei das nun das Verbreiten der Gene oder erhöhen des Gewinns) sich selbstloses Verhalten entwickeln?

In der „natürlichen“ Evolution scheint das vielleicht doch möglich zu sein, wie ich heute bereits geschrieben habe. Dann wollen wir für die Ökonomie mal das Beste hoffen.

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Evolution, Moral, Altruismus

Dienstag, 20. März 2007 15:23

Mein Verhältnis zur Evolution ist ein gespaltenes. Auf der einen Seite scheint die Sache empirisch zu stimmen und ist logisch bestechend. Auf der anderen Seite ist die Übertragung auf menschliches Verhalten mir oft zu simpel, zu sehr auf Basis einer Augenschein-Argumentation.

Interessante Entdeckungen im Grenzbereich zwischen Biologie und Philosophie referiert die NYTimes, und eröffnet damit meiner Meinung nach eine ganz wichtige Perspektive.

Ich verstehe noch nicht ganz, warum die unten hervorgehobene Annahme falsch sein soll. Schließlich geht es ja am Ende immer darum, wessen Gene sich besser verbreiten. Aber dass sie zumindest möglicherweise falsch sein könnte finde ich spannend.

„Morality is as firmly grounded in neurobiology as anything else we do or are,“ Dr. de Waal wrote in his 1996 book „Good Natured.“ Biologists ignored this possibility for many years, believing that because natural selection was cruel and pitiless it could only produce people with the same qualities. But this is a fallacy, in Dr. de Waal’s view. Natural selection favors organisms that survive and reproduce, by whatever means. And it has provided people, he writes in „Primates and Philosophers,“ with „a compass for life’s choices that takes the interests of the entire community into account, which is the essence of human morality.“

Scientist Finds the Beginnings of Morality in Primate Behavior — New York Times (Hervorhebung von mir)

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