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Sprachpsychologie – Wie Wörter sich anfühlen

Dienstag, 20. März 2007 15:15

Sprache transportiert nicht nur rationale Inhalte, sondern auch emotionale. Soweit ist das selbstverständlich. Spannend ist, dass tatsächlich bestimmte Wörter kulturell geteilt mit bestimmten Gefühlen verbunden sind. Und dass die Kommunikation dadurch ganz subtil eine bestimmte Färbung bekommt.

Wie oft denkt man schon darüber nach, was im Wort „Manager“ mitklingt? Ich gestehe, bei mir persönlich ist das Gefühl in diesem Fall auch nicht so toll.

Und wie so oft wird der Blick für diese Phänomene erst im Kontrast zu anderen Kulturen möglich. Hier ist spannende Forschung zu dem Thema, aus der Süddeutschen:

„Der Manager fühlt sich in Deutschland an wie ein Metzger: ziemlich dynamisch, ziemlich mächtig und ziemlich negativ.“ Das ist kein Satz eines Verächters marktwirtschaftlicher Unternehmensstrukturen oder eines geplagten Angestellten. Er ist das stichfeste Ergebnis einer Studie zum Gefühlsgehalt von Wörtern, die am Psychologischen Institut der Humboldt-Universität in Berlin entsteht.

Bestimmte Wörter können in unterschiedlichen Sprachgemeinschaften jedoch deutlich andere Gefühle auslösen: In den Vereinigten Staaten evozieren Wörter aus dem sexuellem Kontext starke Emotionen: Sie fühlen sich an wie Zorn oder Gewalt, während ein Deutscher recht emotionslos auf das Wort „homosexuell“ reagiert.

Der Manager dagegen wird in den USA eher wie ein Richter empfunden: Mächtig, aber beruhigend –dort folgt man gerne seinen Anweisungen. Das ergaben Studien David Heises von der Indiana University, der bereits eine Art Wörter-Gefühlslexikon für die USA erstellt hat.

Kulturen unterscheiden sich auch darin, wie sie zur Macht stehen“, sagt Schröder. US-Amerikaner zum Beispiel haben, anders als Deutsche, dem emotionalen Gehalt zufolge, den sie Managern, Richtern, Präsidenten oder Gott zuweisen, ein eher positives Verhältnis zur Machtfülle. Zwar können mit dieser Methode zum Messen des Gefühlsgehalts keine Erkenntnisse darüber gewonnen werden, weshalb Wörter in verschiedenen Kulturen unterschiedlich besetzt sind.

Aber sie liefert zum Beispiel eine Möglichkeit, die These des Kriminologen Christian Pfeiffer zu überprüfen, nach der Deutsche, die in der DDR aufwuchsen, autoritätshöriger seien als ihre Brüder und Schwestern aus dem Westen und es daher unter ihnen mehr Rechtsextreme gebe. „Wenn ein Mensch Wörter, die mit Macht verbunden werden, als angenehm empfindet“, sagt der Psychologe, „so ist davon auszugehen, dass er ein positives Verhältnis zu Autorität hat.“

Sprachpsychologie Schlächter Beigeschmack — Kultur — sueddeutsche.de

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Wohin die Wirtschaft wächst

Freitag, 16. März 2007 0:23

Die Meldung ist nicht mehr ganz neu, aber auch bei wiederholtem Lesen bewegt sie mich so (in einem unangenehmen Sinn) dass ich sie hier zitieren möchte: Die Milliardäre dieser Welt besitzen dieses Jahr 35% mehr an Vermögen als letztes Jahr.

Dass dort der Großteil des Wirtschaftswachstums landet, wäre also eine nette Untertreibung. Offensichtlich muss diese Rechnung irgend jemand bezahlen. Reiche werden reicher, Arme ärmer.

Eine Antwort, wenn mich mal wieder jemand fragt, warum man überhaupt etwas ändern sollte an unserem System.

„Forbes“-Liste
Die Reichsten werden noch reicher

Der Club der Super-Vermögenden wächst unaufhaltsam. Laut US-Magazin Forbes gibt es mittlerweile 946 Milliardäre auf der Welt. Gemeinsam bringen sie es auf das unvorstellbare Vermögen von 3500 Milliarden, das sind 35 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr.
“Forbes“-Liste Die Reichsten werden noch reicher — Wirtschaft — sueddeutsche.de

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Kriegsdienstverweigerung in der Türkei

Freitag, 9. März 2007 11:54

Ich will hiermit bestimmt nichts gegen die Türkei oder gar gegen Türken sagen, und bin ein entschiedener Anhänger ihres Beitrittes in die EU. Aber es gibt noch einiges zu tun. Zum Beispiel kann man immer noch nicht den Kriegsdienst verweigern (Ich erinnere mich allerdings, dass es um dieses Recht in Griechenland auch nicht gut bestellt ist, und die sind schon „drin“).

Jedenfalls hier ein wirklich lesenswerter Artikel über zwei junge Männer unter den Rädern dieses Systems:

Kriegsdienstverweigerer in der Türkei: „Hier werden die Kinder zu Soldaten erzogen„
Wer nicht zum Militär will, wird bestraft — Osman Ülke und Mehmet Bal haben Knast statt Kaserne gewählt und bringen die Regierung so in die Defensive
jetzt.de — Kriegsdienstverweigerer in der Türkei: „Hier werden die Kinder zu Soldaten erzogen“

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Confessions of a Book Abuser

Montag, 5. März 2007 0:27

In der NYTimes finden sich bekanntermaßen immer wieder literarische Perlen. Dieses mal hat die Perle sogar selbst Literatur zum Gegenstand. Es geht um ein Thema, das immer wieder die Gemüter, einschließlich meinem, erregt: Welche Behandlung ist einem Buch angemessen?

Mittlerweile plädiere ich hier gegen zu viel Respekt, und zwar sowohl der äußeren Hülle als auch dem Inhalt gegenüber. Auch deshalb zitiere ich hier die Einleitung des Essays, und lege mich jetzt mit Siddartha in die Badewanne…

[…]

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Macht der Bilder

Samstag, 3. März 2007 0:33

Bekanntermaßen bin ich Freund einer moderat konstruktivistischen Weltsicht. Diese Konstruktion läuft heute sicherlich viel über Bilder. So richtig klar wurde mir das, als ich auf jetzt.de in einem Beitrag über arabische Blogger folgendes Bild gefunden habe.

Die Frage ist ja berechtigt: Wie stellt man sich das vor, wenn einer von diesen komischen Wüstennomaden einen Computer bedient? Gibt es spezielle Laptoptaschen für den Transport auf Kamelen? Oasen mit WLAN?

Gut, ich bin ein bisschen sarkastisch. Aber schaut euch das an (Immerhin ein schicker Apple…):

Der bessere Nahe Osten: Arabische Blogger als Hoffnungsträger der Demokratie?

Arabischer Blogger

jetzt.de — Der bessere Nahe Osten: Arabische Blogger als Hoffnungsträger der Demokratie?

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Virtuelle Welten: Unbegrenztes Experimentieren

Samstag, 3. März 2007 0:03

Ich bin ja immer noch auf der Suche nach einer Psychologie, die helfen könnte, Politik und Ökonomie sinnvoll (und das heißt hier ungefähr: zum Menschen passend) zu gestalten. Das ist aber so schwer zu erforschen, dass sich die meisten Wissenschafter da nicht rantrauen — man will/muss ja zügig publizieren.

Ein bisschen bequemer wird es, wenn man das ganze virtuell macht. Deshalb finde ich folgende Entwicklung sehr spannend:

[…]

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Internetvideos im Griff

Freitag, 2. März 2007 16:09

Diese Idee hat das Potenzial, dem Internet auf dieser Stufe der Entwicklung einen kräftigen Schubs zu geben: Eine Suchmaschine (blinx.com), die gesprochene Worte aus im Internet veröffentlichten Videos durchsuchbar macht.

Außerdem gibt es mit „The Wall“ eine interessante kleine Sammlung jeweils aktueller Themen.

Bin gespannt, was aus der Idee wird, und ob Google & co demnächst mit einem ähnlichen Angebot nachziehen.

Hier noch ein paar Details:

[…]

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Wie schön, dass es noch Intellektuelle gibt

Dienstag, 27. Februar 2007 1:23

Hier ein cooler Franzose, der ein Buch darüber geschrieben hat, dass man Bücher nicht lesen muss, und damit eine Lanze für ein kulturell aktives Leben bricht. Ein unglaublich lustiger Typ. Und nebenbei erfährt man natürlich, was der richtige Zugang zum Lesen eines Buches ist.

Ein weiterer Aspekt, der mich schon lange fasziniert: Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Klasse prägt heute noch entscheidend, mit welchem Gefühl man bestimmten Bereichen des Lebens begegnet, und wie souverän man sich dort bewegt. So gibt es in Frankreich den Intellektuellen, der per definition, ab Geburt, kultiviert ist. Entsprechend lässig kann er mit Kultur umgehen — und aus dieser Souveränität heraus ist sein Zugang natürlich so, dass er wirklich kulturelle Kompetenz erwirbt. Eine positive selbsterfüllende Prophezeihung also. Schade nur, dass so viele Menschen davon ausgeschlossen bleiben.

Ähnlich scheint es sich auch in Deutschland mit upper-class Umgangsformen zu verhalten. Mit denen aufgewachsen zu sein und zu wissen, wann man sie auch brechen darf, ist die Kompetenz, von der Aufsteiger immer wieder ausgestochen und entlarvt werden.

Aber hier endlich zu den schönen Ausschnitten eines Interviews mit besagtem französischen Intellektuellen:

[…]

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Alte Freinde, Londoner Innenstadtmaut und Zeitungshumor

Dienstag, 27. Februar 2007 1:04

Hier eine Meldung aus der NYTimes über die diplomatischen Verwicklungen, die sich aus etwas so banalem wie einer Innenstadt-Maut ergeben können:

Ever since the London authorities imposed a charge to drive into the city center in 2003, the United States Embassy has stood as a beacon of automotive defiance, refusing to pay what its diplomats call a tax from which they should be exempt.

London officials imposed a charge to drive into the city center in 2003, and almost doubled the area this week, to roughly 15 square miles. But when city leaders almost doubled the size of the charging zone this week, casting their net over an area housing many more embassies, the Americans suddenly acquired new allies in their resistance, including from unusual quarters like France, which has not always been quite so supportive of American diplomacy.

Like the Americans, the French and some others — including Russia and Belgium, according to the British press — maintain that international protocols, known as the Vienna Convention on Diplomatic Relations, forbid the imposition of taxes on diplomats.

French Join U.S. Résistance Over London Traffic Charge — New York Times

Wir lernen:

  1. Selbst in einer seriösen Zeitung schleichen sich flapsige Formulierungen ein, wenn über eine kleine Sache groß berichtet werden soll. Man beachte schon die „Résistance“ im Titel, aber auch Wendungen wie „beacon of automotive defiance“ — poetisch!
  2. Die amerikanischen Wunden des französischen Aufbegehrens zu Irak-Zeiten sind immer noch nicht verheilt, selbst jetzt wo man selbst einsieht, dass das ganze Quatsch war, und hoffentlich mit Obama einen Präsidenten wählt, der das schon immer gesagt hat. Aber dieser Seitenhieb hat Stil: „France, which has not always been quite so supportive of American diplomacy.„
  3. Diplomatie ist voll von Ritualen, die eigentlich keinen Sinn mehr machen in einer Zeit, in der das praktisch ein normaler Beruf ist. Und trotzdem irgendwie schön sind. Vermutlich, weil sie so wie die Regelungen, die Parlamentarier vor Strafverfolgung schützen, an die jungen, wilden, gefährlichen Tage der Politik erinnern…

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Sportidee: Unterwasser-Rugby

Sonntag, 25. Februar 2007 0:08

Nachdem ich bekanntermaßen eine hohe Affinität zum Wasser habe, besonders was sportliche Aktivitäten angeht, hat mich ein Bericht über Unterwasser-Rugby in der Zeit echt fasziniert. Die folgenden Ausschnitte machen deutlich, dass ich das unbedingt mal ausprobieren muss. Ich werde nach Gelegenheiten Ausschau halten. Ein bisschen ärgert es mich im Nachhinein, dass in München nach meinem Schwimmtraining im Hochschulsport immer eine Unterwasser-Rugby-Gruppe gespielt hat, und ich nur mit irritiertem Blick daran vorbeigeschlendert bin. Hoffentlich hat da auch das kleine Freiburg etwas zu bieten!

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