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Perspektiven: Weltkarten mal anders

Montag, 19. Februar 2007 20:42

Es lohnt sich doch auch manchmal, Zeitung zu lesen… Über Jos fleißige Lektüre der SZ-Wissens-Seite bin ich auf eine Internetseite aufmerksam gemacht worden, die unter verschiedenen Aspekten verzerrte Weltkarten zeigt: Worldmapper. Bekanntermaßen ist ja unsere altbekannte, eurozentrische Weltkarte insofern schon heikel, als sie eine winkeltreue, aber damit zwangsläufig nicht flächentreue Projektion der Erde in die Ebene darstellt.

Der Unterschied ist übrigens wirklich erstaunlich: Man vergleiche die gängige Mercator-Projektion mit der alternativen Peters-Projektion.

Doch auch darüber hinaus können Weltkarten andere Informationen vermitteln, als üblicherweise damit getan wird. Worldmapper verzerrt dafür die Weltkarte nach verschiedenen Kriterien. Interessante Einstiesgspunkte sind die Lebenserwartung, Wohlstand im Sinne von hohem BIP, und die Sterblichkeit von Kindern zwischen dem ersten und vierten Lebensjahr.

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Unswoosh

Dienstag, 13. Februar 2007 3:52

Ich habe mir gerade ein neues Paar Stiefel gekauft, mit dem ich schon lange geliebäugelt hatte: Die tollen „Blackspot Sneaker V2“. Sehen cool aus, tragen sich hervorragend, aber was sie vor allem auszeichnet:

it’s made in a safe, comfortable union factory with all– vegetarian materials, including 100% organic hemp uppers and recycled tire soles. One of the Earth-friendliest shoes around.

BlackSpot Shoes

Für mich war das also vor allem ein guter Weg, vegane Schuhe zu bekommen, habe sie auch über eine Seite aus der Veganer-Szene bestellt, die ich bei der Gelegenheit auch nicht-Veganern sehr empfehlen möchte: Roots of Compassion.

Ich habe mich dabei schon ein bisschen gewundert, wo der Marken-Hass herkommt, der hinter der Sache eigentlich mehr als vegane Ideale steckt. Und es jetzt zufällig herausgefunden: Der Druck zu Markenklamotten ist unter jungen Leuten in Amerika ein echtes Problem, was auch einen berühmten Basketballer motiviert hat, mit einer eigenen Billigserie auf den Markt zu gehen, die auch cool sein soll, ohne dass die Käufer verarmen oder Opfer von Raubüberfällen werden:

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Wir werden alle glücklich sein: Positive Psychologie

Dienstag, 13. Februar 2007 2:52

Eine Entwicklung der zeitgenössischen Psychologie macht mir gerade Angst. Sie kommt (wie könnte es anders sein) aus Amerika, ist mit einem der ganz großen Namen der modernen, kogntiven Psychologie verbunden (Martin Seligman, bekannt für seine Arbeit zu Depression), und mit einer netten Anekdote verknüpft:

Seligman likes to tell the story of how his daughter Nikki, when she was 5, accused him of being a grouch. She reminded him that he had criticized her for being whiny and that she had worked hard to stop whining. If she could stop being whiny, he could stop being grumpy. He realized, he says, that she was right, that he was “a pessimist and depressive and someone of high critical intelligence” and that he needed to change. Seligman, who at 54 had just been elected president of the American Psychological Association and was renowned for his hard science — most of his research had been in depression — decided to put his considerable talents into finding out “what made life worth living.”

Happiness 101 — New York Times

Im Grunde tut er damit ja etwas, was ich auch mache, zur Zeit ja mal wieder besonders intensiv. Wo er allerdings hinkommt auf seiner Suche, das finde ich gruselig:

[…]

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Die Wissenschaft und das liebe Geld

Dienstag, 13. Februar 2007 2:03

Dass die Förderung des Wissens unserer Gesellschaft ein hohes Gut ist, diese Überzeugung teilen wohl die meisten von uns. Wie man das genau anstellen sollte, darüber gehen die Meinungen auseinander. Einige halten es für sinnvoll, die Wissenschaft als einen freien Markt zu organisieren. Ich nicht, und hier ist ein kleines Beispiel dafür, warum ich so denke.

Die Ergebnisse der Forschung können offenbar extrem davon abhängen, wer sie bezahlt hat. So kamen in Bezug auf die Gesundheitsrisiken von Bisphenol A, einem Stoff aus Lebensmittelverpackungen, 90% der mit öffentlichen Mitteln finanzierten Studien zu bedenklichen Ergebnissen, während dies bei keiner Studie mit Geldern der betroffenen Industrie der Fall war…

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Evolution

Sonntag, 4. Februar 2007 14:04

Man kann vielzellige Lebewesen als eine Gruppe von Lebewesen betrachten, die eine symbiotische Einheit eingegangen sind. Und anscheinend ist das aus der Perspektive der evolutionären Biologie sogar das naheliegendste. Wow! Ich hoffe, demnächst Zeit zu finden mich damit ein bisschen zu beschäftigen. Wer was weiß kann mir aber sehr gerne hier einen Tipp geben!

Wilson: Es ist eine überraschende Erkenntnis der Biologie, dass wir Individuen von heute – Sie und ich – eigentlich Gesellschaften aus der Vergangenheit des Lebens sind. Unsere Zellen haben einen symbiotischen Ursprung, sie entstanden als eine Gemeinschaft von Bakterien, die später zu Mitochondrien und Chloroplasten und anderen Zellorganellen wurden.
ZEIT: Übertreiben Sie jetzt nicht die Analogie?
Wilson: Keineswegs. Das kann man noch weiter treiben: Die Chromosomen sind eine Form sozialer Kontrolle. Hätten wir die Gene in der Zelle als unabhängige Teilchen, könnten sie sich beliebig vermehren, es gäbe keine Sicherung gegen betrügende Gene, die sich an den gemeinsamen Ressourcen der Zelle bereichern. Da sie aber in den Chromosomen verbunden sind, replizieren sie als Gemeinschaftseinheit, und keines kann betrügen. Selbst die Entstehung des Lebens muss man als das Ergebnis einer Gemeinschaft kooperierender molekularer Reaktionen betrachten.

ZEIT online — Wissen — philosophie : Vom Nutzen der Frommen

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Blaise Pascal und der Glaube – Du musst nicht, aber es ist deine einzige Chance

Sonntag, 4. Februar 2007 13:55

Schon vor einiger Zeit war ich in der „Philosophischen Hintertreppe“ ein wenig verwirrt, als ich von Blaise Pascal gelesen hatte: Großer Skeptiker, Mathematiker, Genie, der sich in seinen späten Jahren ganz entschieden in den Glauben geworfen hat. Was mir damals völlig unverständlich war, wird ein wenig klarer durch eine Anekdote, die die ZEIT berichtet:

Das Mathematik– und Physikgenie Blaise Pascal, das im 17. Jahrhundert lebte, wettete mit einem Freund, ob es Gott gebe oder nicht. Der Freund wettete, es gebe keinen: »Was bekomme ich, wenn ich gewinne«, fragte er. »Nichts«, antwortete Pascal, »du magst dann zwar Recht haben, aber du hast trotzdem verloren. Und ich auch. Wenn es keinen Gott gibt, ist das Leben sinnlos und leer.« – »Und wenn du gewinnst?«, fragte der Freund. »Dann haben wir beide gewonnen«, sagte Pascal. Das, meinte der Freund, beantworte aber nicht die Frage nach der Existenz Gottes. »Stimmt«, sagte Pascal, »aber es macht klar, dass du dich entscheiden musst und dass die Entscheidung für dein Leben Folgen hat: Du musst zwischen zwei Antworten wählen, die mit gleicher Wahrscheinlichkeit richtig sind: Die eine Antwort hat gute Folgen, die andere schreckliche. Wie kannst du da zögern?« Der Freund fragte: »Und wenn ich mich irre?«– »Macht nichts«, versetzte Pascal, »dann hast du eine schöne Illusion gehabt. Andernfalls hättest du das Nichts gewählt. Das macht nicht glücklich.« Der Freund fragte: »Ich muss also an Gott glauben?«– »Du musst nicht«, antwortete Pascal, »aber es ist deine einzige Chance.«

ZEIT online — Leben — GOTT ODER NICHT GOTT? : Ich glaube

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Handys können Krebs auslösen

Mittwoch, 31. Januar 2007 1:37

Sieht aus, als wäre dieses leidige Thema endlich geklärt! Erleichtet aufseufzen wird, wer vorsichtshalber schon immer moderat handyfoniert hat. Und sich aus der Ecke der überdrehten Esoterik-Tanten rehabilitiert fühlen. Die SZ schreibt:

Um 39 Prozent erhöht sei bei dieser Bevölkerungsgruppe [Menschen, die seit mindestens zehn Jahren regelmäßig oder besonders intensiv ein Handy benutzen] das Risiko für Gliome, das sind Tumoren im Stützgewebe des Hirns, schreiben Wissenschaftler aus Finnland, Schweden, Dänemark, Norwegen und Großbritannien in der Online-Ausgabe des International Journal of Cancer.

Methodisch sind solche Studien ja extrem kompliziert, weshalb ich auch zuerst sehr gezweifelt habe. Immerhin muss man davon ausgehen, dass regelmäßige Handynutzer sich in einer Menge anderer Faktoren von anderen Leuten unterscheiden. In der gegenwärtigen Stimmung gegenüber dem Thema ist z.B. damit zu rechnen, dass sie insgesamt weniger gesundheitsbewusst sind…

Allerdings bin ich richig begeistert von einer speziellen Beweisführung, die hier verwendet wurde. Wissenschaft ist einfach cool!

Dabei stellte sich offenbar heraus, dass allein die Seite des Kopfes gefährdet ist, an die die Patienten das Mobiltelefon gewöhnlich halten.

Die genaue Stärke des Effektes wird natürlich erst nach und nach genau festzustellen sein. Könnte aber recht heftig werden:

Zuvor hatten schwedische Wissenschaftler um Lennart Hardell vom Universitätshospital Örebro im September 2006 ein noch höheres Risiko berechnet: Wer ein Handy mit aktueller Technik insgesamt länger als 2000 Stunden benutzt hatte, besaß demnach ein um das 3,7-Fache erhöhtes Risiko, an einem bösartigen Hirntumor zu erkranken.

Studie skandinavischer und britischer Forscher Handys können Krebs auslösen — Gesundheit — sueddeutsche.de

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