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Anstattsinn — Ein gut gelaunter Atheist im Interview

Montag, 10. November 2008 17:29

Die SZ Wissen hat ein Interview mit dem Naturphilosophen Bernulf Kanitscheider, der einem Sinn des Lebens entschieden abschwört und an der griechischen Philosophie orientiert einen gemäßigten Hedonismus die richtige Antwort auf die Frage unserer Existenz findet. Einige Missverständnisse werden dabei schön formuliert ausgeräumt (deshalb verdient dieser Beitrag auch trotz seiner Länge den Tag „Einfach gesagt“). Trotzdem bleibt bei mir ein gewisses schales Gefühl zurück. Geht die Suche doch weiter?

SZ Wissen: Also noch mal die Frage: Warum also sitzen Sie hier so gut gelaunt?

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Studentisches Augenlicht

Montag, 10. November 2008 17:12

Abgesehen davon, dass das viele Lesen an sich wohl nicht das beste ist, sind die Augen von Studenten noch einer Gefährdung ausgesetzt: Beim Kopieren von Büchern kann man (oder will aus Zeitgründen) den Deckel oft nicht schließen und beobachtet gelangweilt, wie der giftgrüne Lichtstrahl neben dem Buch hervorblitzt. Kein Wunder, dass der unterbeschäftigte Geist anfängt, sich zu wundern ob das wohl den Augen schadet. Viele Studenten sind überzeugt, dass man da besser nicht hinschauen sollte, und unternehmen verschiedene, teilweise lustige Gegenmaßnahmen. Wie eine Süddeutsche-Wissen Leserfrage aufzeigt aber zu unrecht — das Licht sieht gefährlich aus, ist es aber natürlich nicht:

Macht es wirklich blind, wenn man in den Lichtstrahl eines Kopierers guckt?
 
Das Gerücht ist alt, aber die Antwort lautet: nein. Kopiergeräte arbeiten mit Xenonlampen. Deren Lichtintensität beträgt bei einem hochwertigen Kopierer 400 Lux, die von normaler Zimmerbeleuchtung dagegen 750 Lux. Obwohl eine Tierversuchsstudie gezeigt hat, dass bei sehr langer und permanenter Bestrahlung bereits ab 400 Lux Schädigungen der Netzhaut auftreten können, schadet der normale Gebrauch eines Kopiergeräts weder der Horn– noch der Netzhaut. Das Gleiche gilt übrigens für die im Handel üblichen Scannerkassen.

Chris P. Lohmann, Mathias Maier, Klinik für Augenheilkunde rechts der Isar der Technischen Universität München

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Islamofaschismus

Freitag, 31. Oktober 2008 1:04

Noch in Stanford (genauer: vor der wunderschönen Landschaft im Yosemite Nationalpark, was sich durchaus etwas schräg angefühlt hat) hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem Freund meines Professors dort. Er stellte sich selbst im wesentlichen als New Yorker Jude und Neo-Con vor. Und erklärte mir, dass er vor allem wegen der Außenpolitik zwei Mal Bush gewählt habe, und jetzt McCain wählen werde. Wichtig sei vor allem, dass ein Präsident die Bedrohung durch den islamischen Fundamentalismus erkenne und ernst nähme. Dieser wird in einer Serie mit Sowjetkommunismus und Nazi-Faschismus als Bedrohung der freien Welt gesehen und entsprechend auch als Islamofaschismus bezeichnet.

Angesichts einer offensichtlich starken emotionalen Bindung an Israel konnte ich diese Argumentation nachfühlen, wenn auch nicht teilen. Aber offensichtlich ist er mit dieser Einschätzung tatsächlich bei weitem nicht allein, wie ein Kommentar in der NYTimes aufzeigt. Und macht mit McCain wohl wirklich eine gute Wahl:

“The transcendent challenge of our time [is] the threat of radical Islamic terrorism,” Senator McCain said in a major foreign policy speech this year, adding, “Any president who does not regard this threat as transcending all others does not deserve to sit in the White House.”

That’s a widespread conservative belief. Mitt Romney compared the threat of militant Islam to that from Nazi Germany or the Soviet Union. Some conservative groups even marked “Islamofascism Awareness Week” earlier this month.

Bleibt nur, wirklich richtig auf Obamas Sieg zu hoffen. Ich möchte mir nicht vorstellen, was jemand im In– und Ausland anrichten kann, der im islamischen Terrorismus die alles überragende Herausforderung dieser Zeit sieht. Dabei dachte ich bisher, McCain sei relativ gemäßigt. Naja, relativ zu Bush stimmt das wohl auch…

Hier übrigens, was ein nicht-NeoCon zu diesen Gedanken sagt:

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Spam ist ein Verbrechen…

Mittwoch, 15. Oktober 2008 18:05

Herzlich willkommen in der Zukunft. Ich habe soeben das erste Mal über Spammer in der selben Weise berichtet gesehen wie über gute alte Verbrecher — im NYTimes-Newsletter vom 15.10.2008 (de volle Artikel hier):

Authorities Shut Down Spam Ring
By BRAD STONE
An international spam network was ordered to shut down, stopping what the authorities say was one of the most prolific spam gangs on the Internet.

Aber die Sache hat natürlich zwei Perspektiven — gerade gestern hat mir jemand von einem Freund erzählt, der in „E-Mail Mass Marketing“ arbeitet.

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Das dicke rote Buch

Mittwoch, 15. Oktober 2008 7:31

Ich hatte einige Male das dicke rote Buch erwähnt, das mich hier aus Stanford gleich nochmal in eine ganz andere Welt entführt hat. Nachdem es jetzt schon eine ganze Weile ausgelesen neben dem Bett liegt und immer noch schöne Erinnerungen und interessante Gedanken nachklingen ist es höchste Zeit, ein paar Details preiszugeben. Soviel jedoch vorweg: Es handelt sich um einer der besten Bücher, die ich je gelesen habe, und das will was heißen :-) Und es hat ein wunderschönes Cover…

The Hakawati“ von Rabih Alameddine, ein libanesisch-amerikanischer Autor (und anscheinend auch Maler). Ich wurde über einen NYTimes-Artikel zuerst aufmerksam und war neugierig auf ein Buch, das einer alten arabischen Tradition folgend viele kleine Geschichten in eine große Rahmenerzählung packt — man denkt gleich an Tausendundeine Nacht. Außerdem bin ich schon eine Weile immer hellhörig, wenn ich an zeitgenössische Berichte vom Leben in muslimischen Ländern herankomme.

Was ich beim Lesen erlebe ist im Wesentlichen: Fesselnde Unterhaltung, viel subtiles zwischenmenschliches Geschehen, einige kulturvergleichende Einsichten. Und eine beinahe philosophische Auseinandersetzung mit dem Thema „Erzählen“ an sich. Und beinahe heißt hier: Das Thema wird nur am Rande abstrakt behandelt. Zu Beginn der Kapitel finden sich Zitate, die dann nachklingen und einen Rahmen schaffen, der dazu einlädt die beim Lesen erlebten Gefühle zu reflektieren. Das geht vom Anfang, einer herausfordernden Behauptung für Psychologen, die daran gewöhnt sind an die Grenzen der verbalen Mitteilung zu stoßen:

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Mehr Schlafen

Donnerstag, 2. Oktober 2008 1:21

Ein sehr schöner Aspekt des Lebens hier in „Magic“ sind die gemeinsamen Abendessen, und besonders die buntgemischten Gäste, die oft auftauchen. Alternativ gesinnte Reisende aus aller Welt, aber auch ideologisch weit entfernte Menschen wie ein ehemaliger Pharma-Forscher, der jetzt in einer Venture Capital-Firma ist, teilen sich spärlich gewürzte Bio-Wochenmarkt-Abfälle.

Vor einer Weile hatte ich ein spannendes Gespräch mit einer Biologin und Psychologin aus Stanford, die dabei ist sich mit einer Schlaf-Beratungsfirma selbständig zu machen. Anscheinend erzielt sie erstaunliche Resultate mit Sportlern, indem sie ihren Schlaf optimiert. Und dabei ist das Optimieren gar keine so komplizierte Sache. Der erste und wichtigste Punkt ist: mehr schlafen. Von meiner fürsorglichen Mutter ohnehin regelmäßig ermahnt, das Schlafen nicht zu vergessen, hat mich das so schnell nicht mehr losgelassen. Nicht nur behauptet sie, dass ein normaler Mensch um wirklich gut zu funktionieren ca. 9,5 Stunden Schlaf braucht. Sie sagt auch, dass wir alle mit einem dicken Schlafdefizit herumlaufen, das man sich wirklich wie ein Minus auf dem Konto vorstellen muss, und das Monate braucht um abgebaut zu werden. Dazu lässt sie die von ihr gecoachten Sportler mindestens 10, besser 12 Stunden pro Nacht schlafen. Der Effekt ist eine kontinuierliche Verbesserung in vielen körperlichen und geistigen Leistungsmaßen, bis irgendwann ein neues Plateau erreicht ist.

Ein NYTimes-Artikel hat mich jetzt nochmal mit dem Thema in Berührung gebracht. Zunächst wird eine Beobachtung bestätigt, die ich selbst gemacht habe: Die Schlaffeindlichkeit, die vermutlich tatsächlich alle industrialisierten Kulturen gemeinsam haben, ist hier in Amerika und besonders unter den „High Performern“ in Wirtschaft und Wissenschaft noch mal einen Tick schärfer:

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Leben in der Uni-Karriere

Samstag, 27. September 2008 7:29

In den Rängen einer wissenschaftlichen Karriere aufzusteigen ist hart. Man verdient wenig, arbeitet viel, opfert seine Freizeit für Projekte, die wenig mit dem Herzensthema zu tun haben, weswegen man eigentlich in der Wissenschaft arbeiten wollte, und weiß nie, was das nächste Jahr bringen mag. Abgesehen davon hat man ständig irgendwelche administrativen und bürokratischen Widrigkeiten am Hals. Wie so oft ist eine Ausflucht aus widrigen Umständen in Satire, Witz und Humor zu finden.

Die Webseite Ph.D. Comics beweist durch die Qualität und Pointierheit derselben, dass sich in diesem Bereich aus unerfindlichen Gründen doch intelligente Menschen tummeln…

Hier ein längerer Comic, der bis auf den promotionsspezifischen Teil sehr genau meine Visumsbewerbung beschreibt:

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Stanford, ohoho

Freitag, 26. September 2008 9:13

Pünktlich zum Ende meines Praktikums (naja, zum Glück etwas früher) fängt hier in Stanford der Vorlesungsbetrieb wieder an. Und ich komme aus den muffigen VA-Gebäuden in die feine feine offene und grüne Atmosphäre des Stanford-Campuses, die mir bald eine eigene kleine Fotoserie wert sein wird.

Die erste erstaunliche Sache ist das Konzept uni-interner Dienstleistungen. Schon vorher hatte ich mit dem „Bio-Statistician Helpdesk“ Kontakt, der Biowissenschaftler bei der Datenanalyse unterstützt. Und jetzt: Eine eigene Institution, die Sozialwissenschaften methodisch fit machen und vernetzen soll. Wow!

Vor der Vorlesung wird Pizza ausgegeben, und dann gibt es eine knackige Stunde Vortrag. Man hat ja schließlich Arbeit. Es ist den Leuten nicht anzusehen, wo in Karriere und Hierarchie sie gerade stehen. Die junge Asiatin neben mir wird wohl morgen eine andere Vorlesung mit ähnlichem Thema, noch spezifische auf Psychiatrie zugeschnitten, halten. Ansonsten wimmelt es von jungen Doktoranden und vermutlich Dozenten.

Der Vortragende von heute ist Politikwissenschaftler. Extrem pfiffig unterweges, das Outfit würde jede BWLer vor Neid erblassen lassen. Er hat natürlich einen hübschen Mac dabei, und eine klare, elegante Keynote-Präsentation. Der Vortrag ist lustig, anschaulich (nicht vergessen: Wir reden hier über ziemlich abgefahrene und abstrakte Statistik!) und hält einige Aha-Erlebnisse bereit. Es werden Baseball-Statistiken vorhergesagt, und der Einfluss des sozioökonomischen Status auf die Matheleistungen, abhängig von Schulart und dem mittleren sozioökonomischen Status der Schule. Puh! Ich verlasse den Raum mit dem Gefühl, den zentralen Gedanken einer neuen statistischen Methode, die gerade wohl sehr im Kommen ist, verstanden zu haben, und richtig Lust mich weiter damit zu beschäftigen.

Und ich bedaure enorm, dass ich kein Foto machen konnte von dem Anblick, der sich mir im Rausgehen bot: Der schnieke junge Dozent im Gespräch mit dem Dozenten von nächster Woche, so ziemlich seinem genauen Gegenteil: Im Wesentlichen ein Typ wie die Leute, die was-auch-immer aus den Mülltonnen in San Francisco angeln. Zottelige graue Haare, schmuddelige Baseballkappe, schlampige Kleidung, eine runde, richtig schwarze Sonnenbrille, ein nervöses beinahe-Stottern. Aber eine nette, lustige Ausstrahlung. Und er klingt durchaus, als ob er wisse von was er redet.

Dass hier Platz ist für solche Leute nebeneinander und sogar miteinander mag einer der Gründe sein, dass Stanford anscheinend als einzige der Top-Unis auch in Rankings über „glückliche“ Studenten ganz oben dabei ist. Beeindruckend, auch wenn der Wissenschaftler in mir natürlich gleich wissen möchte, wie hier bitte „glücklich“ operationalisiert wurde…

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Amerikanische Nachrichtenkultur

Freitag, 26. September 2008 8:24

Keine Angst liebe Freunde, das wird kein zynischer Beitrag. Das ist ein Hinweis, den ich lustigerweise ursprünglich selbst über den Verteiler unserer guten Freunde von AID (Spezialisten in verbaler Armutsbekämpfung) bekommen habe. Es geht um die „Daily Show with Jon Stewart“, eine satirische Nachrichtensendung. Hier eine Sendung, die die große Bankenkrise, Präsidente Bush und hoffentlich-nicht-Präsident McCain abdeckt: 25.9.2008. Eine Seitenhieb auf die dunkle Seite Nachrichtenwesen in Gestalt von Fox News ist aber doch dabei, für alle die „Nachrichtenkultur“ und „amerikanisch“ zusammen eher als dissonant klingend empfinden.

Die Sendungen sind übrigens alle umsonst im Netz zu sehen, respekt!

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Amerikanische Party

Freitag, 26. September 2008 7:27

Meine Zeit hier neigt sich definitiv dem Ende entgegen. Ich merke das daran, dass ich schon ziemlich genau weiß, was ich in der restlichen Zeit machen werde: Noch diese und zwei weitere Wochen Praktikum, davon eine halbe Woche in Austin, Texas, auf einem Kongress, und einige Kurse in Stanford (heute war ich im ersten, dazu später mehr, sehr aufregend…), richtig groß arbeiten werde ich wohl gar nicht mehr.

Nächstes Wochenende ist ein Rad-Wander-Ausflug in die Marin Headlands gleich auf der anderen Seite der Golden Gate Bridge angesagt, danach bin ich einschließlich Wochenende auf der erwähnten Konferenz. Dann ist praktisch schon mein Abschied von Magic angesagt, wir werden wohl auch nochmal eine schöne Wanderung zusammen unternehmen. Dann erste „Ferienwoche“, ich werde noch ein oder zwei Städte anschauen, mindestens Berkley, das soll ganz formidabel zu meiner Lebenseinstellung passen. Ist als Hippiestadt verrufen… :-) Danach bin ich sehr gespannt auf einen mehrtägigen Ausflug in den Redwood Nationalpark mit einer sehr großen Gruppe, Tom (der Professor hier), seine Kinder mit deren Kindern, und einige Freunde ebenfalls mit Familien. Anscheinend ist das eine Tradition von denen, eine sehr schöne wie ich finde. Und dann zur sanften Einstimmung auf die Heimat noch ein paar Tage mit Mona und Wolli aus München, oh wie ich mich freue!

Naja, jedenfalls ist die nächste Zeit damit sehr überschaubar, und es wird Zeit für ein paar rückblickend-resümierende Artikel. Nachdem ich bisher nicht gehalten habe, was der Titel dieses Beitrags verspricht, komme ich damit endlich auf die amerikanische Partykultur zu sprechen. Denn davon werde ich wohl nicht mehr viel haben, hatte aber auch schon eine gute Portion :-)

Mein Erleben ist gespalten in der Hinsicht. Zum einen ist es so, dass San Francisco wirklich die besten Clubs und Diskos aufwartet, die ich in meinem kurzen Leben besuchen durfte. Sehr sehr gute, wunderbar tanzbare Musik, gute Stimmung, schöne Örtlichkeiten. Mit einer Gruppe lustiger Leute kann man es sich da unglaublich gut gehen lassen. Zum anderen ist die Art und Weise, wie das Feiern hier angegangen wird, offen gestanden so ziemlich die Potenz dessen, was mir schon an Partys zu Hause oft nicht gefällt. Da ist erstens das leidige Thema Alkohol. Noch mehr als bei uns scheint der hier gerne mit guter Laune verwechselt zu werden und kann als Synonym für Party verstanden werden. Das Vorglühen, hier „pregaming“ genannt, ist so ausgefeilt dass man wirklich schon richtig betrunken ausgeht. Was nicht heißt, dass man dann nicht weiter trinkt…

Ich glaube, betrunken sein wird hier in ganz anderen Kategorien gehandelt. Ich habe bei einem Anlass ein wenig mitgetrunken (ein wenig heißt hier: deutlich weniger als die Mädels…). Und als mir schon deutlich schwindlig war ging es da erst richtig los. Autsch. Tatsächlich existiert eine ausgefeilte Skala des Betrunkenheitsgrads, auf der ich definitiv noch in den unteren Ebenen zu suchen war.

Danach ging es weiter zu einer weiteren Runde der Vorbereitung des Tanzengehens. Die angetrunkene Meute stürmt ein japanisches Lokal und bestellt japanisches Bier und Sake. Der kleine Sake-Becher wird dann mit Stäbchen über einem Bierglas aufgestellt, alle gemeinsam zählen bis drei (auf japanisch, versteht sich), rufen die magischen Worte die gleichzeitig dem Spiel seinen Namen geben: „Sake Bomb“, und hauen auf den Tisch. Danach wird das widerwärtige Gemisch heruntergestürzt. Überhaupt trinkt man hier viel starke Sachen und stürzt sie schnell runter. Das „es schmeckt doch gut“ Argument, das ich schon immer nicht ganz nachvollziehen konnte, ist hier offiziell fallen gelassen.

Das klingt jetzt alles ziemlich abwertend. Ich kann es mir nicht verkneifen, mit einem Bild zu demonstrieren, dass es mir so schlecht doch nicht gefallen hat. Ich weiß nicht, was ich bemerkenswerter finde, die zwei Mädchen oder meinen Gesichtsausdruck ;-)

Nachdem dieser Abend also eine interessante und auch schöne Erfahrung war, habe ich weiteren Alkohol verzichtet und zwischen Tanzen und Gesprächen wie gewohnt einen guten Platz gefunden. Wobei die Atmosphäre generell nicht so unterhaltungsfreundlich ist. Selbst in Lokalen, wo nicht getanzt wird, ist die Musik so laut, dass einem außer trinken eigentlich nichts zu tun übrig bleibt. Oder vielleicht soll das die Annäherung fördern, weil man sich die Sätze ins Ohr schreien muss?

Im Bereich zwischenmenschlicher Annäherung passieren nämlich auch eine Menge interessante Sachen hier. Jetzt habe ich aber schon so viel geschrieben, dass ich das nicht mehr in der gebührenden Ausführlichkeit schildern könnte. Hier seien nur verheißungsvoll die Worte „hookup“ und „homerun“ in den Raum geworfen und eine baldige Fortsetzung versprochen. Und auf meine Blog-Hauptseite verwiesen, wo ich einige politische Beobachtungen platziert habe. Ich bitte um Verzeihung für das Hin und Her, aber Ihr sollt mein „normales“ Blog sowieso auch lesen! :-)

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