Autorenarchiv

Altersweisheit

Samstag, 31. Januar 2009 0:49

Ich bin über ein Buch gestolpert, dessen Idee mir so gut gefällt, dass ich kurz darüber schreiben muss, obwohl es laut NYTimes-Rezension anscheinend nicht gut ist: „How to Live -
A Search for Wisdom From Old People (While They Are Still on This Earth)“ von Henry Alford.

Das Buch scheint leider seine Stärken dort zu haben, wo es lustig ist (nicht schlecht, aber nicht das wofür ich so ein Buch gerne lesen würde), und sonst eher seicht zu sein. Dabei frage ich mich immer wieder: Müssten nicht eigentlich alte Leute eine Menge darüber wissen, wie man ein glückliches Leben führt? Wenigstens manche alte Leute? Der Vorteil ist ja auch, dass man es ihnen recht gut ansieht, ob sie glücklich gelebt haben.

Aber niemand, den ich kenne, scheint den Alten in seiner Umgebung diese Frage zu stellen. Liegt das daran, dass wir immer zu beschäftigt sind? Oder dass wir denken, unsere Welt und unser Leben seien ohnehin wieder ganz anders? Stimmt das auch? Und wenn ja, ist das eine gute Entwicklung für eine Gesellschaft, und ein gutes Tempo der Veränderung?

Oh, viele Fragen! Wären nur meine Großeltern in der Nähe :-)

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Die Freiheitsfrage

Mittwoch, 28. Januar 2009 15:45

Schade, dass es blogmäßig bei mir gerade nicht für viel mehr reicht als das Zitat des Tages aus dem NYTimes-Newsletter. Aber immerhin, und das hier ist sehr nachdenkenswert:

They’re telling you how to live and what to do, and they’re doing it right here in America.„
Edith Frederickson, 72, a smoker in Belmont, Calif., where a strict antismoking law effectively outlaws lighting up in all apartment buildings. (NYTimes-Newsletter, Quotation Of The Day, 27.1.09)

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Das Dilemma der Experimentellen Psychologie

Sonntag, 18. Januar 2009 14:37

… in einem Satz:

„You need subjects, and they’re hard to get.„
Deborah Linebarger, a researcher at the University of Pennsylvania who has used her children in studies of the effect of media. (NYTimes-Newsletter, Quotation Of The Day, 18.1.09)

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Ende des Internets

Freitag, 16. Januar 2009 12:12

Nur (nur?) ein kleiner humoristischer Beitrag: Humor von, für und über Internetfreaks:

http://www.xcn.de/

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Und immer wieder der Krieg

Freitag, 2. Januar 2009 16:46

Nachdem ich ja selbst in meinem Praktikum im VA-Hospital nahe dran war an den Menschen, die vom Krieg zurückkommen, verfolge ich umso aufmerksamer Nachrichten darüber. Eigentlich steht meine Meinung diesbezüglich schon lange: Der Schaden, den ein Krieg bei allen Beteiligten zurücklässt — und dabei habe ich mehr psychische als körperliche Schäden im Kopf — wird weit unterschätzt. Und ohne sagen zu wollen, dass militärisches Eingreifen immer falsch sein muss, bin ich der Meinung, dass es von vielen Verantwortlichen leichtfertig eingesetzt wird, wenn noch viele andere Möglichkeiten bestünden. Die (zum Glück) scheidende US-Regierung stand ziemlich weit vorne.

Hier also ein Auszug aus einem NY-Times-Artikel, in dem über gesteigerte Anstrengungen der Armee berichtet wird, das Problem von Gewalttaten durch Veteranen einzudämmen, also eigentlich ein erfreuliche Nachricht.

Er enthält einen bewegenden Bericht über die Laufbahn eines jungen Mannes vom „California Surfer“ zum Mörder, mit einigen Randfiguren. Und (zumindest für mich) ergeben sich keine einfachen moralischen Urteile:

[…]

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Abduktion — Reise ins Hypothesenland

Mittwoch, 19. November 2008 11:13

Hin und wieder kann das Studieren ganz erhellend sein. So erfahre ich gerade nebenbei, dass man wissenschaftstheoretisch formalisieren kann, wie Hypothesen entstehen: Durch Abduktion, was sich von der Induktion und Deduktion als Formen logischer Schlüsse abgrenzt.

Und, im Gegensatz zu dem was man angesichts der Materie und meiner Einleitung erwarten würde, kann man das sogar ganz einfach illustrieren:

Die überraschende Tatsache C wird beobachtet; aber wenn A wahr wäre, würde C eine Selbstverständlichkeit sein; folglich besteht Grund zu vermuten, daß A wahr ist“ (Peirce CP 5.189).
Abduktion (Wissenschaftstheorie) – Wikipedia

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Krieg und Frieden — zivile Perspektiven für Soldaten

Dienstag, 18. November 2008 20:16

Ein kleines Aperçu, traurig und lustig zugleich, mal wieder das Zitat des Tages aus dem NYTimes-Newsletter.

You fill out a job application and you can’t write ‘long-range reconnaissance and sniper skills.’„
ANDREW SPURLOCK, an Army infantryman who was disabled in the Iraq war, on his search for a job that paid better than delivering pizzas.

Eigentlich nur traurig, das gequälte Schmunzeln rührt daher, dass dieser Mann die Absurdität der Situation so gut auf den Punkt bringt. Und immer wieder die Frage: Ist es das ganze wirklich wert?

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Der kleine Widerstand

Montag, 17. November 2008 16:25

In der Süddeutschen Zeitung hat Heribert Prantl einen schönen Kommentar zu den Demonstrationen in Gorleben geschrieben. Abgesehen von der verdienten Würdigung des jahrzehntelangen Engagements der Menschen dort findet sich ein interessanter Absatz zur Sitzblockade:

[…]

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Von Menschen und Zombies

Dienstag, 11. November 2008 11:33

Anlässlich des deutlich eingebrochenen Konsums wird ein Einzelhandels-Analyst im NYTimes-Newsletter vom 7.11.2008 wie folgt zitiert (Im „Zitat des Tages“):

You walk the mall and consumers look like zombies. They’re there in person, but not in spirit.„
JOHN MORRIS, a retailing analyst with Wachovia.

Interessant, dass Menschen, die nichts mehr kaufen, wie Zombies aussehen…

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Unmoralische Grenzwanderung

Montag, 10. November 2008 17:55

Das Thema Prostitution ist schon alleine schwierig genug. Als liberal denkender Mensch schwankt man leicht zwischen verschiedenen Gedanken und Gefühlen. Auf der einen Seite macht es Sinn, die Situation durch Legalisierung bzw. Entstigmatisierung zu verbessern. Auf der anderen Seite ist das ganze Phänomen irgendwie elend, und zwar für beide Seiten des Handels, und man wünscht sich andere Lösungen — für die Befriedigung des menschlichen Bedürfnisses nach Sexualität ebenso wie für den Lebensunterhalt. Noch komplizierter wird es, wenn gar nicht klar ist, wie sehr man dabei überhaupt für die Betroffenen sprechen kann (siehe unten).

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung bzw. jetzt.de kämpfen Studentinnen in der Ukraine gegen den Sextourismus in ihrem Land und das Image als Bordell Europas. Da kommt dann noch ein Schuss Neo-Kolonialismus in die komplizierte moralische Lage. Und ein wenig Kapitalismuskritik, wenn die Prostitution nicht nur das Überleben sichert, sondern auch Luxusgüter finanziert. Oder ist das dann die freie Entscheidung einer jungen Frau und ein schönes Beispiel dafür, wie freier Handel das Wohlergehen aller steigert?

Unanständige Angebote

Für viele Touristen ist jede Ukrainerin eine Nutte“, sagt die 20-jährige Sascha. Die Studentin mit den blonden Haaren kennt das Gefühl, ständig angefasst und wie „ein Stück Fleisch“ angegafft zu werden. Im September ergab eine Umfrage unter 1 200 Studentinnen in Kiew, dass zwei Drittel von ihnen unanständige Angebote von Ausländern bekommen haben. Darüber hinaus gibt es zum Thema Sextourismus kaum offizielle Zahlen. Laut Innenministerium arbeiten 12.000 Prostituierte in der Ukraine – Anna hält die Zahl aber für untertrieben, weil ein großer Teil der Frauen nicht erfasst sei. „Es sind nicht nur Drogensüchtige und arme Frauen, die ihren Körper verkaufen, sondern auch Studentinnen“, sagt sie. Die Mieten in Kiew sind bisweilen doppelt so hoch wie in München und die Stipendien sind karg. Viele Mädchen, sagt sie, kämen mit 17 zum Studium in die Stadt und ließen sich vom Glitzer blenden: iPods gehören ebenso zum Standard wie Taschen von „Gucci“, auch wenn sie nicht echt sind. Viele, so Anna, prostituieren sich für ihr neues Leben.

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