alle Beiträge 2009

Internet-Kultur

Samstag, 9. Mai 2009 20:50

Im aktuellen Tech-Newsletter der NYTimes beschäftigt sich David Pogue mit der Web-Kultur. Es entwickelt sich eine Art Kodex von Dingen, die man einfach kennen muss, um dazu zu gehören. Ist natürlich die Frage, ob man auf diesen Zug als eine Art Alphabetismus des 21. Jahrhunderts aufspringen will. Oder sich als langweilige Web-Outgroup mit einem aufregenden echten Leben wohler fühlt. Jedenfalls sollte man diese Videos (und vermutlich noch viele mehr) gesehen haben, bevor man sich entscheidet:

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Konstruktion der Partnerschaft

Freitag, 8. Mai 2009 13:51

Ich lese immer wieder mit Genuss die Kolumne zu den „großen Fragen der Liebe“ im ZEIT-Magazin (vermischt mit anderen Artikel zum Thema findet sich eine Übersicht in der Rubrik Partnerschaft auf Zeit Online). Der Autor ist eine alter Paartherapeut aus München, der mich sehr beeindruckt. Ich spüre eine Menge Mitgefühl und Liebe zum Menschsein an sich in seiner Art zu schreiben. Und viel Respekt für die eigenen Perspektiven, in denen Menschen sich ihre Wirklichkeit erschaffen, womit dieses Post eine Art Vorgeschmack für eine Beschäftigung mit dem Konstruktivismus ist, den ich hier auch bald mitteilen will.

Die aktuelle Ausgabe bietet unter der Überschrift „Wie lange soll er um die Ehe kämpfen?“ dafür ein sehr gutes Beispiel:

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Wissenschaft auf dem Weg ins Nirvana

Mittwoch, 6. Mai 2009 16:01

Ich weise mit Vergnügen auf einen Gastvortrag hier in Freiburg von einem Dozenten aus meiner alten Heimat LMU hin, der illustriert, wohin sich die Psychologie gerade bewegt. Thema ist: „Visuell-räumliche Prozesse wenn Dreiecken ein mentaler Zustand zugeschrieben wird“ …

Ich vermute, dass daran etwas ganz Spannendes zu lernen ist, und erkenne jedenfalls an dass mein Häme unqualifiziert ist. Vielleicht können damit Informationsverarbeitungsmodelle der menschlichen Psyche angepasst werden, mentalen Zuständen Rechnung zu tragen. Was dann als ein Schritt in die richtige Richtung zu interpretieren wäre. Bleibt die Frage offen, ob dieses Paradigma in dem Kontext wirklich so nützlich ist. Und ob reduktionistisch-experimentelle Forschung hier Sinn macht. Ich selbst bin mir recht sicher, dass ich Dreiecken andere mentale Zustände zuschreibe als Menschen …

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Der „mexican fisherman“ oder: Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral

Freitag, 1. Mai 2009 0:01

Pünktlich zum Tag der Arbeit entdecke ich in alten Psycho-Verteiler-E-Mails (vielen Dank an Carsten) eine nette kleine Geschichte über die Begegnung zwischen zwei Entwürfen des Wegs zu Lebensglück, in der Gestalt eines amerikanischen Geschäftsmanns und eines mexikanischen Fischers. Zum Glück habe ich mir die Mühe gemacht, den Ursprung dieser Geschichte zu recherchieren, denn es stellt sich heraus dass sie eine Variation einer Kurzgeschichte von Heinrich Böll ist. Diese hat er als „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ für den NDR geschrieben, für eine Sendung am 1. Mai 1963.

Was im Kontext des Wirtschaftswunders vermutlich ein wenig verrückt klang, dürfte heute auf fruchtbareren Boden fallen. Ich füge nach der deutschen auch die englische Fassung ein, für internationale Freunde und weil ich die Adaption so lustig finde.

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Alkoholmissbrauch und Kultur

Donnerstag, 30. April 2009 11:53

Ich lese gerade in einem Artikel über die Prävalenz psychischer Störungen eine lustige, weil so nüchtern wissenschaftlich formulierte Erklärung dafür, warum amerikanische (und auch andere internationale) Studien höhere Raten von Alkoholmissbrauch fanden als diese deutsche Studie:

Yet, the low prevalence is surprising since alcohol consumption, according to the WHO world drink trends reports, is comparatively high in Germany. An explanation could be the fact that diagnostic criteria focus more on (culturally and socially determined) inadequacy of drinking behaviour than on absolute quantity of consumption. Therefore, as an example, it is easier to qualify for alcohol abuse in the USA where the consumption of 1.5 litres of beer is labelled as ‘binge drinking’ compared to wide parts of the German society, where this amount is consumed several times a week without further negative social consequences. In particular, young people are more likely to receive a diagnosis of alcohol abuse in the USA where drinking in public is illegal until the age of 21 (Germany: 16 years).

Die 12-Monats-Prävalenz beträgt übrigens auch in dieser Studie immer noch 4,1%, d.h. wenn man jeweils das letzte Jahr betrachtet hatten 4,1% der Deutschen die Diagnose Alkoholmissbrauch oder Alkoholabhängigkeit. Nicht eingerechnet die, für die es normal ist ein paar Mal die Woche anderthalb Liter Bier zu trinken …

Jacobi, F., Wittchen, H. U., Hölting, C., Höfler, M., Pfister, H., Müller, N., u. a. (2004). Prevalence, co-morbidity and correlates of mental disorders in the general population: results from the German Health Interview and Examination Survey (GHS). Psychological Medicine, 34(04), 597–611.

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Cyber-War — Willkommen in der Zukunft

Mittwoch, 29. April 2009 14:21

Hier eine Nachricht, die aus einem Science-Fiction-Film stammen sollte: In Amerika wird laut NYTimes die digitale Kriegsführung heiß diskutiert, sowohl in ihrer defensiven als auch in ihrer offensiven Komponente.

Die Möglichkeiten und Gefährdungen werden sogar mit denen der Nuklear-Ära verglichen. Zwar werden wir ziemlich sicher kein verseuchtes Essen oder Wasser bekommen. Aber vielleicht gar keines mehr:

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Chinesische Kreativität

Mittwoch, 29. April 2009 13:43

Jeder, der schon einmal an einem echten Touristenort Urlaub gemacht hat, kennt die Straßenverkäufer von „echten Gucci“ Sonnenbrillen, Handtaschen etc., als deren Produktionsort man in der Regel zu Recht China verdächtigt. Genau wie die chinesische Industrie insgesamt dabei ist, zu immer komplexeren Gütern aufzusteigen, wenden sich auch die Hersteller von Fake-Markenware zunehmend komplexeren Gegenständen zu. Die NYTimes berichtet, dass dieser Trend jetzt bei Handys angekommen ist.

Anstatt über den entstehenden Schaden für die etablierte europäische und amerikanische Industrie nachzudenken, möchte ich eine interessante Ausführungen zum kulturellen Hintergrund aufgreifen:

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Outsourcing kann so schön sein

Montag, 27. April 2009 16:57

Hier eine humoristischer „Nachrichten“-Beitrag über individuelles Outsourcing, gefunden auf Greg Mankiws Blog:

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Wird das Elektroauto wahr?

Montag, 27. April 2009 1:09

Ein schon etwas älterer (März 2009) Tech-Newsletter der NYTimes enthält ein langes, spannendes Interview mit einem Unternehmer, der große und revolutionäre Ideen zum Thema Elektroauto hat. Und es tatsächlich schaffen könnte. Anscheinend gibt es schon eine Menge Finanzierung und Verträge mit einigen Regierungen, unter anderem Dänemark, wo wir die Teile vielleicht schon Ende 2010 bewundern können.

Zunächst ist es lustigerweise eine neue Art Unternehmer, in einem gewissen Sinn könnte das jeder von uns sein:

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Gentechnik macht nicht satt

Samstag, 25. April 2009 20:10

Ein weiterer Artikel über Gentechnik in der SZ bewertet den Nutzen insgesamt kritisch. Besonders schlagend finde ich ein Argument, das aus dem Bericht des Weltagrarrats zitiert wird:

Gentechnik macht nicht satt“, befindet auch der Schweizer Agrarexperte Hans Herren, der im vergangenen Jahr mit 400 anderen Forschern den Bericht des Weltagrarrats IAASTD verfasste. Darin heißt es, dass die Gentechnik an ihre Grenzen gestoßen sei. Das größte Potential sieht Herren im Einklang mit den übrigen IAASTD-Experten auf den Äckern der über 500 Millionen Kleinbauern auf diesem Planeten, die ihre Erträge verdoppeln könnten. „Sie brauchen Zugang zu moderneren Sorten und eine bessere Ausbildung“, sagt Herren. „Allein der Einsatz von Düngemitteln könnte die Produktivität dort viel mehr steigern, als es die Gentechnik vermag.“

Damit wird die Welternährung im Endeffekt eine Frage der Entwicklungszusammenarbeit, nicht der Technologie. Ein gutes Argument, sich zu überlegen mit Arbeit oder Geld bei Action Five mitzumachen! :-)

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