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Confessions of a Book Abuser

Montag, 5. März 2007 0:27

In der NYTimes finden sich bekanntermaßen immer wieder literarische Perlen. Dieses mal hat die Perle sogar selbst Literatur zum Gegenstand. Es geht um ein Thema, das immer wieder die Gemüter, einschließlich meinem, erregt: Welche Behandlung ist einem Buch angemessen?

Mittlerweile plädiere ich hier gegen zu viel Respekt, und zwar sowohl der äußeren Hülle als auch dem Inhalt gegenüber. Auch deshalb zitiere ich hier die Einleitung des Essays, und lege mich jetzt mit Siddartha in die Badewanne…

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Wie schön, dass es noch Intellektuelle gibt

Dienstag, 27. Februar 2007 1:23

Hier ein cooler Franzose, der ein Buch darüber geschrieben hat, dass man Bücher nicht lesen muss, und damit eine Lanze für ein kulturell aktives Leben bricht. Ein unglaublich lustiger Typ. Und nebenbei erfährt man natürlich, was der richtige Zugang zum Lesen eines Buches ist.

Ein weiterer Aspekt, der mich schon lange fasziniert: Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Klasse prägt heute noch entscheidend, mit welchem Gefühl man bestimmten Bereichen des Lebens begegnet, und wie souverän man sich dort bewegt. So gibt es in Frankreich den Intellektuellen, der per definition, ab Geburt, kultiviert ist. Entsprechend lässig kann er mit Kultur umgehen — und aus dieser Souveränität heraus ist sein Zugang natürlich so, dass er wirklich kulturelle Kompetenz erwirbt. Eine positive selbsterfüllende Prophezeihung also. Schade nur, dass so viele Menschen davon ausgeschlossen bleiben.

Ähnlich scheint es sich auch in Deutschland mit upper-class Umgangsformen zu verhalten. Mit denen aufgewachsen zu sein und zu wissen, wann man sie auch brechen darf, ist die Kompetenz, von der Aufsteiger immer wieder ausgestochen und entlarvt werden.

Aber hier endlich zu den schönen Ausschnitten eines Interviews mit besagtem französischen Intellektuellen:

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Alte Freinde, Londoner Innenstadtmaut und Zeitungshumor

Dienstag, 27. Februar 2007 1:04

Hier eine Meldung aus der NYTimes über die diplomatischen Verwicklungen, die sich aus etwas so banalem wie einer Innenstadt-Maut ergeben können:

Ever since the London authorities imposed a charge to drive into the city center in 2003, the United States Embassy has stood as a beacon of automotive defiance, refusing to pay what its diplomats call a tax from which they should be exempt.

London officials imposed a charge to drive into the city center in 2003, and almost doubled the area this week, to roughly 15 square miles. But when city leaders almost doubled the size of the charging zone this week, casting their net over an area housing many more embassies, the Americans suddenly acquired new allies in their resistance, including from unusual quarters like France, which has not always been quite so supportive of American diplomacy.

Like the Americans, the French and some others — including Russia and Belgium, according to the British press — maintain that international protocols, known as the Vienna Convention on Diplomatic Relations, forbid the imposition of taxes on diplomats.

French Join U.S. Résistance Over London Traffic Charge — New York Times

Wir lernen:

  1. Selbst in einer seriösen Zeitung schleichen sich flapsige Formulierungen ein, wenn über eine kleine Sache groß berichtet werden soll. Man beachte schon die „Résistance“ im Titel, aber auch Wendungen wie „beacon of automotive defiance“ — poetisch!
  2. Die amerikanischen Wunden des französischen Aufbegehrens zu Irak-Zeiten sind immer noch nicht verheilt, selbst jetzt wo man selbst einsieht, dass das ganze Quatsch war, und hoffentlich mit Obama einen Präsidenten wählt, der das schon immer gesagt hat. Aber dieser Seitenhieb hat Stil: „France, which has not always been quite so supportive of American diplomacy.„
  3. Diplomatie ist voll von Ritualen, die eigentlich keinen Sinn mehr machen in einer Zeit, in der das praktisch ein normaler Beruf ist. Und trotzdem irgendwie schön sind. Vermutlich, weil sie so wie die Regelungen, die Parlamentarier vor Strafverfolgung schützen, an die jungen, wilden, gefährlichen Tage der Politik erinnern…

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Die Wozu-Kette

Sonntag, 25. Februar 2007 0:36

Nach einigen Computerfernen Tagen mit guten Büchern (dazu später mehr), Gesprächen (es ist so schön zu Hause zu sein) und Zeit zum Nachdenken beginnt hiermit eine kleine Serie zu einem großen Thema.

Als Mensch, der dazu neigt die Dinge vom Anfang zu ihren Konsequenzen zu denken bin ich über die Verunsicherung, was meine berufliche Zukunft angeht, zu immer tieferer Verunsicherung vorgedrungen, an deren Ende die Frage steht: Wozu will ich leben?!

Es ist nicht viel Phantasie nötig, um sich auszumalen, dass damit der komplette Themenkreis religiöser Gedanken aufgewirbelt ist.

Als ersten Schritt also wie im Titel angekündigt, Gedanken zur „Wozu-Kette“:

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Welt der Worte

Mittwoch, 14. Februar 2007 16:10

Es gibt mit tagcrowd.com eine Internetseite, auf der man kostenlos eine sogenannte „Tag Cloud“ eines eigenen Textes erzeugen kann — eine visuelle Darstellung der häufigsten Wörter. Ist echt interessant zu sehen, was zentrale Begriffe eigener oder fremder Texte sind.

Tipp: In der Blacklist sollte man „German Common Words“ auswählen, sonst wird es langweilig :-)

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Video: Die Geschichte des Internets

Mittwoch, 14. Februar 2007 15:44

Was moderne Anthropologen alles spannendes machen! Zum Beispiel ein echt knackiges Video über die Entwicklung des Internets bis heute — nicht technisch, sondern unter dem Aspekt, wie sich dadurch unser Umgang mit Informationen und Menschen verändert.

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Unswoosh

Dienstag, 13. Februar 2007 3:52

Ich habe mir gerade ein neues Paar Stiefel gekauft, mit dem ich schon lange geliebäugelt hatte: Die tollen „Blackspot Sneaker V2“. Sehen cool aus, tragen sich hervorragend, aber was sie vor allem auszeichnet:

it’s made in a safe, comfortable union factory with all– vegetarian materials, including 100% organic hemp uppers and recycled tire soles. One of the Earth-friendliest shoes around.

BlackSpot Shoes

Für mich war das also vor allem ein guter Weg, vegane Schuhe zu bekommen, habe sie auch über eine Seite aus der Veganer-Szene bestellt, die ich bei der Gelegenheit auch nicht-Veganern sehr empfehlen möchte: Roots of Compassion.

Ich habe mich dabei schon ein bisschen gewundert, wo der Marken-Hass herkommt, der hinter der Sache eigentlich mehr als vegane Ideale steckt. Und es jetzt zufällig herausgefunden: Der Druck zu Markenklamotten ist unter jungen Leuten in Amerika ein echtes Problem, was auch einen berühmten Basketballer motiviert hat, mit einer eigenen Billigserie auf den Markt zu gehen, die auch cool sein soll, ohne dass die Käufer verarmen oder Opfer von Raubüberfällen werden:

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Wir werden alle glücklich sein: Positive Psychologie

Dienstag, 13. Februar 2007 2:52

Eine Entwicklung der zeitgenössischen Psychologie macht mir gerade Angst. Sie kommt (wie könnte es anders sein) aus Amerika, ist mit einem der ganz großen Namen der modernen, kogntiven Psychologie verbunden (Martin Seligman, bekannt für seine Arbeit zu Depression), und mit einer netten Anekdote verknüpft:

Seligman likes to tell the story of how his daughter Nikki, when she was 5, accused him of being a grouch. She reminded him that he had criticized her for being whiny and that she had worked hard to stop whining. If she could stop being whiny, he could stop being grumpy. He realized, he says, that she was right, that he was “a pessimist and depressive and someone of high critical intelligence” and that he needed to change. Seligman, who at 54 had just been elected president of the American Psychological Association and was renowned for his hard science — most of his research had been in depression — decided to put his considerable talents into finding out “what made life worth living.”

Happiness 101 — New York Times

Im Grunde tut er damit ja etwas, was ich auch mache, zur Zeit ja mal wieder besonders intensiv. Wo er allerdings hinkommt auf seiner Suche, das finde ich gruselig:

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Jamendo: Trafic de Blues

Dienstag, 13. Februar 2007 1:45

Ich habe ja schon einmal ein einem Eintrag auf Jamendo hingewiesen, eine legale Quelle von cooler, neuer, kostenloser Musik. Hiermit jetzt der erste konkrete Tipp: Trafic de Blues kommen aus Frankreich (wie übrigens geschätzte drei Viertel der Gruppen auf Jamendo), machen „Blues-Funk-Boogie“ und rocken dabei richtig. Einfach mal reinhören :-)

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Freie Musik

Freitag, 9. Februar 2007 2:39

Bin gerade auf eine sehr vielversprechende Internetseite gestoßen: Jamendo. Hier bieten aufsteigende Künstler ihre Musik kostenlos an. Ziemlich genau so habe ich mir das immer gewünscht. Jetzt braucht man nur noch einen Weg, sich den Künstlern erkenntlich zu zeigen, so dass die bei ausreichender Beliebtheit davon leben können.

Oder genügt es tatsächlich, bei Gelegenheit Live-Auftritte zu besuchen von Leuten, die einem gefallen?

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