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Der Kapitalismus und … (Teil 1) – Wikipedia

Sonntag, 28. Januar 2007 2:06

Nachdem ich hoffentlich bald Zeit habe, den „Neuen Plan“ weiterzudenken (wer sich über die zurückliegenden Themen informieren möchte oder vielleicht noch gar nicht weiß, was der Neue Plan ist, klickt hier oder auf den schlafenden Hund unten rechts) fange ich hier schon mal ein mit einem Beispiel der aberwitzigen Auswüchse des „freien Marktes“: Es gibt bald spezialisierte Firmen, die in Wikipedia Werbung plazieren, so wie das gegenüber Journalisten und Bloggern ja schon üblich ist.

Online-Lexikon Wikipedia kämpft gegen bezahlte Einträge

[…] Denn immer mehr Strategen des Guerilla-Marketings und
trendfeste Spürhunde in PR-Agenturen wollen die offene Wissensplattform
nutzen, um dort ihre eigenen oder die Interessen ihrer Kunden im Mantel
objektiver Erkenntnis zu platzieren — oder platzieren zu lassen.

jetzt.de — Online-Lexikon Wikipedia kämpft gegen bezahlte Einträge

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Effekte der (Massen-)Tierhaltung auf Umwelt und Klima

Sonntag, 28. Januar 2007 0:21

Nachdem ich in letzter Zeit wieder einige Gespräche über Veganismus geführt habe, bin ich motiviert mich selbst mal wieder intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzten — ist es für mich doch eigentlich schon eine Selbstverständlichkeit geworden. Ich musste aber feststellen, dass in vielen Diskussionen mein Wissen aus der Lektüre zum Thema gegen widersprüchliches Wissen meiner Gesprächspartner steht. Ich unterstelle, dass es sich bei letzterem oft um die berüchtigten Selbstverständlichkeiten und Vorurteile handelt, die unsere Kultur unreflektiert weitergibt, und die in den letzten Jahrzehnten zusätzlich von verschiedenen Interessengruppen (vor allem aus der Landwirtschaftsindustrie) zusätzlich genährt wurden.

Natürlich muss ich das belegen, was in einem Gespräch sehr schwer ist — ich will ja nicht überallhin meinen dicken Bekehrungsordner „Vegane Fakten“ mitnehmen ;-)
In einer Serie meines Blogs zum Thema „Veganismus“ möchte ich deshalb die Quellen, die ich habe, nochmal raussuchen, hier die entscheidenden Stellen zitieren und Links zur Verfügung stellen.

Ich weiß, dass das einige Leser interessieren, anderen „tierisch“ auf die Nerven gehen wird (hihi) — und für viele vermutlich beides gilt. In diesem Sinne soll das hier einfach eine Einladung sein.

Weil ich darüber jetzt gerade in der ZEIT gestolpert bin, fange ich an einem Punkt an, der für mich bisher von eher nebensächlicher Natur war: Den Effekten der Tierhaltung (besonders natürlich der Massetierhaltung) auf Umwelt und Klima. Dazu gibt es nämlich gerade einen Bericht von der UN:
[…]

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Süddeutsche-Titel: Nahost-Machos: Israel ist eine Männer-Gesellschaft

Donnerstag, 25. Januar 2007 22:31

Oh Mann. Ich will ja nichts gegen Israel sagen. Aber ich will etwas dagegen sagen, dass man nichts gegen Israel sagen darf, außer die Kritik ist so schreiend, dass sie gar nicht ignoriert werden kann.

Aber im Prinzip geht es hier gar nicht so sehr um Israel. Es geht darum, dass Krieg und das Denken in kriegerischen Kategorien weit weit in Gesellschaften hineinwirkt. Und deshalb nicht passieren sollte. Ganz pragmatisch, unabhängig von grundsätzlichen moralischen Erwägungen.

Das hier ist also ein Interview aus der SZ, von mir zitiert aus jetzt.de:

Der Fall Katzav berührt ein lange tabuisiertes Thema in der israelischen Gesellschaft — die Position der Frauen in einer militärisch geprägten Männerwelt. Rina Bar-Tal, die Vorsitzende des Israel Women’s Network, gehört zu denen, die für Veränderungen kämpfen.

Sind die sexuellen Übergriffe, die Präsident Moshe Katzav vorgeworfen werden, ein Einzelfall — oder symptomatisch für ein tieferliegendes Problem der israelischen Gesellschaft?
[…]

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Lebenszeitökonomie

Donnerstag, 25. Januar 2007 0:55

Das internationale Zahlungsmittel, überall anerkannt: Lebenszeit. Sehr knappe Resource, sonst müsste ich nicht nachts um kurz vor eins meine Einträge hier schreiben.

Eine Frage, die sich mir gerade ganz akut stellt: Wie viel meiner Lebenszeit möchte ich in banale Euros tauschen, und zu welchem Kurs? Mache ich den Hiwijob in der Sozialpsychologie oder mache ich ihn nicht?

Der Wert dessen, was außer Geld dabei rausspränge, ist meiner derzeitigen Perspektive nach sehr gering. Also werde ich wohl eher versuchen, mich fernzuhalten. Wenn ich nur wüsste, was ich statt dessen machen möchte?!

Leider kann man die Lebenszeit ja nicht auf einer Bank lagern und dann investieren, wenn man das richtige Spekulationsobjekt gefunden hat. Muss laufend ausgegeben werden ;-)

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Kann Bio die Welt ernähren? – Auswirkungen des Biolandbaus auf die Ergiebigkeit der Böden

Montag, 22. Januar 2007 23:58

In der ZEIT gibt es ein interessantes Interview über Bio. Hier eine wichtige, für mich neue Erkenntnis:

ZEIT: 100 Prozent Bioanbau hat ihr Verband als Ziel formuliert. Aber Biolandbau braucht mehr Fläche. Können wir uns das bei einer anwachsenden Weltbevölkerung überhaupt leisten?
Dosch: In Europa bringt der konventionelle Anbau höhere Erträge. Aber wir legen hier Flächen still, weil wir mit der Überproduktion kämpfen. In Afrika oder Asien hingegen holt der ökologische Anbau mehr aus dem Acker als der konventionelle, er stabilisiert erodierte Systeme. Das Argument, der Ökolandbau könne die Menschheit nicht ernähren, stimmt nicht.

ZEIT online — Wissen — Ökologie : Runzlig war gestern

Außerdem bin ich beeindruckt, einen meiner Gedanken hier wiederzufinden: Das Paradox, dass der einzelne Mensch, dem man begegnet, eigentlich immer das Beste will. Und trotzdem oft etwas anderes tut. Dazu werde ich aber hoffentlich bald im Neuerplan-Wiki mehr schreiben. Wir brauchen ein besseres System!

ZEIT: Sie haben Biolandbau einmal als Methode bezeichnet, Landwirtschaft moralisch zu betreiben. Ist konventioneller Anbau also unmoralisch?
Dosch: Ich zweifle an den Methoden des konventionellen Landbaus und kritisiere das System, in dem die Bauern verstrickt und gefangen sind. Wenn ich aber bei einem einzelnen Landwirt am Tisch sitze, merke ich oft, dass er von denselben Fragen getrieben ist wie wir.

ZEIT online — Wissen — Ökologie : Runzlig war gestern

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Teurer Schmu mit Vitaminen

Montag, 22. Januar 2007 23:36

Wer schon lange dachte, dass Vitamine zwar sicher etwas feines seien, deren Verabreichung in Pillen und als Nahrungsergänzung aber von einem zu simplen Bild der Abläufe im Körper ausgingen, kann sich bestätigt fühlen:

Antioxidantien in Gemüse und Rotwein gelten als Rundumschutz gegen Krebs und das Altern. Wer jedoch mit Pillen nachhelfen will, tut sich nichts Gutes.

ZEIT online — Gesundheit — Vitamine : Natur? Oder Pur?

Der genaue Nachweis ist naturgemäß kompliziert, das Fazit aber kurz und verständlich :-) Ein Hoch aufs Gemüse!

Steht nur zu befürchten, dass diese Erkenntnis sich nicht so schnell und weit verbreiten wird, wie sie sollte. Immerhin wird damit eine MENGE Geld verdient…

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Mathematischer Spaß: Die Zauberkugel

Montag, 22. Januar 2007 23:19

Hier gibt es eine Zauberkugel. Funktioniert wunderbar, und wir mussten hier schon eine Weile grübeln und sogar einen Stift zur Hand nehmen, um den Mechanismus zu entlarven. Wie funktionierts?

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Ein schönes Zitat am Abend – Religion pragmatisch gedacht

Freitag, 19. Januar 2007 1:07

Wie liebe ich es, Dinge von der einfachen Seite anzusehen. Heinrich Heine ist dafür ein Spezialist, und das hier müssen so etwas wie seine letzten Worte gewesen sein:

Dieu me pardonnera, c’est son métier.

Letzte Worte auf dem Totenbett. Quelle: Alfred Meißner: „Heinrich Heine. Erinnerungen“ (1856), Kapitel 5, zit. nach Heinrich Heine − Wikiquote

Auf deutsch:

Gott wird mir verzeihen, das ist sein Beruf.

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Tolle Bücher: Viktor Frankl

Donnerstag, 18. Januar 2007 2:22

Irgendwie passend zum letzten Eintrag, weil auch das eine sehr existenzielle Dimension hat: Ich bin vor kurzem auf Viktor Frankl gestoßen und total hingerissen. Habe mir gleich drei Bücher von ihm gekauft! Er hat die Logotherapie begründet, die davon ausgeht, dass psychische Krankheit letztlich auf Mangel an Sinn zurückzuführen ist. Auf ein Scheitern des Kranken also, seinem Leben einen Sinn zu geben. Besonders eindrücklich ist das, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Frankl Auschwitz er– und überlebt hat…

Jedenfalls finde ich eine Menge wertvolle Anregungen für die Phase der Orientierung (und Orientierungslosigkeit) in der ich gerade bin. Zum Beispiel:

Müssen wir doch prüfen, ob es überhaupt erlaubt sei, nach dem Sinn des Ganzen zu fragen, ob also diese Frage selbst sinnvoll sei. Eigentlich können wir nämlich jeweils nur nach dem Sinn eines Teilgeschehens fragen, nicht nach dem „Zweck“ des Weltgeschehens. Die Zweckkategorie ist insofern transzendent, als der Zweck jeweils außerhalb dessen liegt, das ihn „hat“. Wir könnten daher den Sinn des Weltganzen höchstens in der Form eines sogenannten Grenzbegriffes fassen.

So einfach kann es sein. Im Begriff des Zweckes, des „Sinns“ selbst liegt der Verweis nach außen. Wenn man da nicht hin will braucht, darf man nicht fragen. Bleibt die Frage: Was kann man dann machen? Oder: Wenn man doch nach außen will, wo genau will man hin?

Hier noch eine Spur:

der Glaube ist nicht ein Denken, vermindert um die Realität des Gedachten, sondern ein Denken, vermehrt um die Existentialität des Denkenden.

Spannende Zeiten diese…

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Was man alles tun kann, wenn man abstrakt denkt

Donnerstag, 18. Januar 2007 2:10

Möchte mich zuallererst bei allen entschuldigen, die immer wieder hierher schauten und nichts neues fanden — ich war sehr beschäftigt und kann es nicht mal richtig bereuen. Aber vielleicht fangen meine Gedanken ja hiermit an, aus mir heraus ins Internet zu sprudeln, und die Einträge kommen wieder regelmäßiger.

Denn Anfang muss etwas unerfreuliches machen, auch wenn der Titel anderes verheißt. Ich bin auf einem New York Times-Blog darauf gestoßen, dass seit Jahrhunderten darüber „geforscht“ wird, wie man richtig zu hängen habe. Wahnsinn! Enscheidend ist also die Höhe des Falls, in Proportion zum Körpergewicht. Zu hoch, und die entstehende Kraft reißt dem Verurteilten den Kopf ab, wie jetzt wohl im Irak geschehen. Zu niedrig, und das Genick wird nicht gebrochen (so gehört sich das nämlich fürs richtige Hängen, dass das ein für allemal geklärt ist!) sondern der zukünftige Tote erstickt, wie z.B. nach den Nürnberger Prozessen, was auch mal eine knappe halbe Stunde dauern kann. Auf die spezielle Behandlung des Seils und des Knotens möchte ich nicht mehr eingehen. Nur anmerken, dass mich die Erinnerung an gehenkte Menschen im Nachkriegsdeutschland schon irgendwie getroffen hat.

Dass man sich mit dem allem so (anscheinend) rational beschäftigen kann, ohne Zweifel an der Sache zu bekommen. Ohne ins Grüblen zu kommen, was es heißt, jemanden zu töten, ob man das Recht dazu hat?

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