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Fluter Wasser-Heft

Samstag, 10. November 2007 15:22

Ich bin ein Fan des Fluter-Hefts, ein Jugendmagazin der Bundeszentrale für politische Bildung. Die haben immer Themenhefte, in denen ansprechend verpackt, aber deswegen nicht oberflächlich, aktuelle Probleme und politische Richtungsfragen aufbereitet werden. Man kann die Hefte kostenlos per Post bekommen oder auch im Internet herunterladen.

Im letzten Heft ging es um Wasser. (Hier als pdf. Es lohnt sich wirklich! Ihm entstammen alle im Folgenden zitierten Zahlen und Fakten) Daraus ein kleine Randnotiz: Dass Leitungswasser in Deutschland ziemlich gut ist, weiß man. Dass mann auch Leitungswasser bekommt, wenn man manche Flaschenwässer kauft, wusste ich nicht. Fluter nennt als Beispiele Bonaqua (gehört übrigens Coca-Cola) und Aquafine (PepsiCo). Immerhin: Das Leitungswasser der jeweilgen Abfüllorte wird mit Mineralien und Kohlensäure angereichert.

Und noch eine echte Meldung: Für die globale Diskussion über Wasserknappheit verbreitet sich der Begriff des „virtuellen Wassers“, Wasser das zur Herstellung eines Produktes nötig ist, das beim Verbraucher gar nicht nach Wasserverbrauch aussieht.

In einer Tasse Tee stecken etwa 30 Liter, in einer Tasse Kaffee 140 Liter Wasser. Ein Problem ist, dass besonders wasserarme Länder häufig wasserverschlingende Exportgüter haben. Das liegt daran, dass dort häufig Wasser noch nichts kostet. Wir Industrieländer, mit Wasser ohnehin gut ausgestattet, bereichern uns also — böse und platt gesprochen — am Wasser der Entwicklungsländer. 53 Prozent (!) des in Deutschland verbrauchten „virtuellen Wassers“ werden importiert, neben Japan und Italien importieren wir am meisten.

Und nochmal eine kleine Rückkehr zum Veganismus-Themenkreis: Das Thema habe ich ja schon behandelt. Aber die Zahlen aus dem Fluter sind krass: Ein Kilo Rindfleisch enthält 16 000 Liter virtuelles Wasser. Insgesamt gibt Fluter an (Quellen für den Artikel sind die Wasserstiftung und UNDP), ein Vegetarier verbrauche 2,4 Kubikmeter Wasser weniger pro Tag als ein Fleisch essender Mensch. Das sind übrigens 24 000 Liter.

Go Vegan! :-)

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Ein Beitrag über das Nichts: Viren für Mac

Donnerstag, 8. November 2007 22:11

Ich möchte dieses Blog nicht zum Platz für Technik-Debatten werden lassen, und noch weniger für Mac-Propaganda. Aber ein roter Faden hier soll ja sein: Themen, die viel diskutiert werden und nie beigelegt. Normalerweise versuche ich das durch Fakten zu tun (siehe etwa „Effekte der Massentierhaltung auf Klima und Umwelt“).

Beim Thema „Viren für Mac“ geht das aber nicht – man kann die Hacker schlecht fragen, warum sie keine Mac-Viren schreiben. Vielleicht kann ich dennoch zur Klärung der Frage beitragen. Als Anlass sowie als Quelle von Argumenten nehme ich den von mir sehr geschätzten Technik-Kolumnisten der NYTimes, David Pogue.

Die Grundpositionen sind zum einen „Mac ist so sicher, es ist unmöglich (oder extrem schwierig) Viren für Mac zu schreiben“, zum anderen „Es gibt einfach so wenige Macs, dass es sich nicht lohnt Viren für Mac zu schreiben“.

Diese Frage stellt sich David Pogue so, gefolgt von zwei Antworten seiner Leser:

How come there are still no viruses for Mac OS X? If it has 6 percent of the market, shouldn’t it have 6 percent of the viruses?

–„It’s not that writing an Apple virus is particularly hard. It’s that writing a Windows virus is so easy. The holes are known, as are the methods of delivering payloads through them. “200,000 viruses a year” number is mostly just variations on exploiting the 5 ports that Microsoft left open in Windows XP by default.

In comparison, writing a Mac virus would require real work on the part of the hackers. This eliminates the Script Kiddies.“

–„The lack of viruses on a Mac isn’t because of a small market; creating a working virus on a Mac would be a major feat. Any virus maker would get instant recognition and accolades from his or her peers.

Rather, it’s that Mac OS X is from a Unix heritage, and Unix has been designed to safely share resources amongst a number of users.“

Für die „Wenig-Macs“ These sprach aus meiner Sicht lange, dass der Marktanteil ja nicht nur Einfluss auf die erreichbaren Computer hat, sondern auch auf die Verbreitungsmöglichkeiten, d.h. ein kleiner Marktanteil schützt überproportional. Und wenn man Virenprogrammierer als ökonomisch motiviert sieht (was sicherlich viele sind) erklärt das viel.

Allerdings finde ich das Argument der psychologischen Motivation, das in der zweiten Antwort angesprochen wird sehr gewichtig. Die angebliche Unverwundbarkeit des Mac müsste für Hacker eine Motivation darstellen, die das ökonomische Desinteresse mehr als aufwiegt. Und somit bleibt als Erklärung eigentlich wirklich nur die extrem sichere Architektur des Systems.

Da muss man nicht mal die Verschwörungstheorie-These bemühen, dass wenn es möglich wäre Microsoft schon längst einen Mac-Virus in Umlauf gebracht hätte – was ich im übrigen auch gar nicht so abwegig finde, vor dem Hintergrund wie massiv Apple gegen Windows mit dem Virenargument wirbt.

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Brecht über Ausbeutungsbereitschaft

Dienstag, 6. November 2007 23:51

Gerade habe ich mal wieder Brechts Keunergeschichten entdeckt. Manche schon sehr direkt, die Botschaft mit der Faust aufs Auge und so. Und damit mehr Politik als Kunst. Viele aber auch sehr deutungsoffen. Und manche bei aller Klarheit der Botschaft trotzdem einfach schön.

So ist hier das Thema Ausbeutung mal von einer ganz anderen Warte aus betrachtet:

Dadurch, daß die Menschen heute zum Schaden des einzelnen ausgebeutet werden und dies also nicht wünschen, darf man sich nicht darüber täuschen lassen, daß die Menschen es wünschen, ausgebeutet zu werden. Die Schuld der sie zu ihrem Schaden Ausbeutenden ist um so größer, als sie hier einen Wunsch von großer Sittlichkeit mißbrauchen.

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Solarenergie — mal die Regierung toll finden (die Alte!)

Dienstag, 6. November 2007 17:10

Man schimpft oft genug über die Regierung und den Staat, und noch öfter hört oder sieht man geschimpft. Manchmal tut es gut, sich daran zu erinnern was gut läuft. Oder lief. Denn wie mir vor kurzem aufgefallen ist: Die Anzahl und das Gewicht der Dinge, die ich unter Rot-Gründ gut laufen fand sind deutlich höher als jetzt gerade. Zum Beispiel das hier. David Pogue schreibt in der Technik-Kolumne über Solartechnik und über Solarehäuser. Es gibt einen großen Wettbewerb, in dem die Uni Dortmund gerade den ersten Platz gewonnen hat. Das hast auch was mit den deutschen Gesetzen zu tun, schreibt Pogue:

Maybe it’s no surprise; Germany is really into solar power. By German law, if you have solar panels, the power company must buy any excess electricity you generate. As a result, families routinely pocket a handy $100 or $150 a month—from the local utility. There’s a gold rush for roof space, and solar technology is a red-hot market. It’s brilliant.

In Amerika kann man übrigens (abgesehen von wenigen regionalen Regelungen) seinen Strom überhaupt nicht einspeisen, sondern sich nur selbst versorgen. Schade.

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Noch noch mehr Bücher digital

Dienstag, 23. Oktober 2007 12:07

Und nicht nur Bücher. Das Thema, einmal angebissen, lässt mich kaum noch los. Nicht nur NGO’s und Unternehmen arbeiten daran, kulturelle Güter aus der Prä-Internet-Ära online verfügbar zu machen, auch auf staatlicher, europäischer und UN-Ebene läuft eine ganze Menge. Eine knappere Zusammenfassung als die NY-Times (Library of Congress Advances 2 Digital Projects Abroad) schaffe ich nicht:

The World Digital Library is proceeding as European libraries develop their own digital collections. The European Digital Library will release its prototype next year, and is a response to Google’s efforts to digitize libraries in the United States and Britain.

The French National Library has already developed a test project, Europeana, for the European library and is in the process of digitizing 300,000 books. Bruno Racine, the president of the French library, said there was no competition between that project and the World Digital Library.

Interessant noch, dass das World Library Projekt vor zwei Jahren mit einer dicken Spende von Google und technischer Unterstützung von Apple gestartet ist.

Und ein einfacher Einstieg, heute schon eine Menge alte Bücher zu finden ist das internet Archive.

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Digitale Bücher

Dienstag, 23. Oktober 2007 11:43

Dass Google (und natürlich auch Microsoft) versuchen, Bücher zu digitalisieren und damit jedem im Internet einfach verfügbar zu machen ist toll. Dass jemand mit der Open Content Alliance auf die Idee kommt, das auf Non-Profit-Basis zu machen, ist toller. Und das es einige Bibliotheken gibt, die das bevorzugen, finde ich richtig stark.

Die NYTimes (Libraries Shun Deals to Place Books on Web, 22.10.2007) schreibt:

But the resistance from some libraries, like the Boston Public Library and the Smithsonian Institution, suggests that many in the academic and nonprofit world are intent on pursuing a vision of the Web as a global repository of knowledge that is free of business interests or restrictions.

Es lebe der Idealismus!

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Zynismus (II) – Umschleichen. Devil’s Dictionary

Freitag, 14. September 2007 18:12

Noch zu Schulzeiten habe ich auf einem Bücherflohmarkt ein Buch mitgenommen, das mich belustigt und fasziniert hat: The Devil’s Dictionary von Ambrose Bierce, laut Wikipedia 1911 veröffentlicht. Die Sprache ist teilweise ziemlich anstrengend, aber wenn man sich mit einem Wörterbuch (einem „echten“, meine ich) bewaffnet und durchgekämpft hat, hat man einige schöne neue englische Wörter und Feinheiten der Sprache gelernt, eine böse, aber bemerkenswerte Perspektive auf zwischenmenschliche Vorgänge gewonnen, in der manches ans Licht kommt was hinter den Dingen steckt und vermutlich das eine oder andere Mal herzhaft gelacht.

Manche Definition würde für heutige Leser (zumindest mich;-) gar nicht als zynisch durchgehen, sondern einfach als eine prägnante Zuspitzung von allgemein anerkannten Tatsachen. Möglicherweise ist da aber auch Sloterdijks Popularisierung des Zynismus am Werk?

Es bleiben jedenfalls genügend Gedanken, die noch nicht vollständig im Alltagsdenken angekommen sind. Im Folgenden eine kleine Auswahl:

[…]

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Zynismus (I) – Herantasten. Menschenähnlichkeit von Tieren

Montag, 10. September 2007 19:01

Ich lese gerade die „Kritik der zynischen Vernunft“ von Peter Sloterdijk. Ich habe das Buch vielleicht schon drei Mal angefangen und wieder weggelegt, wegen Mangel an Zeit und weil ich mich beim Lesen wirklich konzentrieren muss, das ist keine Lektüre für die müden Abendstunden…

Ein sehr spannendes Buch, das meiner Meinung nach ein zentrales Phänomen unserer Zeit sehr gut einfängt und mit „Zynismus“ einen Begriff findet, der nicht hundertprozentig passt (dazu ist Sloterdijks Definition zu sehr vom alltagsgebrauch entfernt) aber doch ziemlich gut. Und oft ist ein Begriff ja nötig, um etwas überhaupt wahrnehmen zu können.

Zu dem Buch jedoch und meinen Gedanken dazu in einem späteren Eintrag mehr. Hier erst mal ein Alltagsbeispiel. Oft sind Meldungen aus der Tierrechtsszene recht schreierisch, und manchmal schäme ich mich für die undifferenzierten Formulierungen von Inhalten, die mir selbst wichtig sind. Aber das hier könnte ich so unterschreiben. Und das Fazit „zynisch“ passt sogar zu der erweiterten, philosophischen Definition.

morgen abend, 19h, macht arte in der reihe „tierisch intelligent“, in der immer die intelligenz und „menschenähnlichkeit “ verschiedner „tiere“ beschworen wird, sympathiewerbung für schweine als organspender!

was zynischeres kann man sich ja kaum vorstellen.

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Imagine again – eine kleine Zeitungsnotiz zum Terror

Sonntag, 9. September 2007 0:51

Wie war das mit John Lennons „Imagine“? Stell Dir vor, es gäbe keine Länder? (Oder müsste man „Staaten“ übersetzen?) Auf jeden Fall würden wir dann keine solchen Zeitungsmeldungen lesen (der Teil, der mir aufgestoßen ist, von mir hervorgehoben):

German Police Arrest 3 in Terrorist Plot

The three Islamic militants arrested on Wednesday were in the advanced stages of plotting large-scale attacks against several sites frequented by Americans, officials said.

NYTimes-Newsletter vom 6.9.2007, „Top Stories“

Gerade vor kurzem hatten wir davon gesprochen, dass in der nationalen Presse Betroffene des jeweiligen Landes um einen vielfachen Faktor schwerer zu wiegen scheinen. Was so weit geht, dass verletzte Deutsche irgendwie berichtenswerter sind als sogar gestorbene Schweizer. Ganz zu schweigen von Afrikanern oder so…

PS: Gerade lese ich noch etwas weiter, der Artikel ist unglaublich lesenswert. Unsere (deuschen) Sicherheitsgesetze sind wohl europaweit unter den schwächsten, „in part because of Germany’s troubled 20th-century history“ – schön gesagt! Nur klingt das in dem Kontext eher bedauernd. Ich finde schon, dass wir ganz froh sein können, etwas gelernt zu haben. Die Erfahrungen mögen den Preis nicht wert sein (sie sind es bestimmt nicht), aber daraus lernen ist das Beste was wir heute machen können.

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Jazz… Hhmmm… (äh, Take Five)

Freitag, 7. September 2007 22:16

Das hier ist ein YouTube-Tipp und das Lied des Tages in einem. Außerdem könnte ich damit eine Serie „Angenehme Dinge“ eröffnen. Diese Serie zu erklären bedarf bald eines neuen Eintrages, nur soviel: Es hat was mit dem Studium zu tun, deshalb kann ich erst mehr dazu schreiben wenn ich ein lustiges Papier wieder in der Hand habe. Das Tag zur Serie heißt jedenfalls schöner: „La vita è bella“;-)

Ich möchte hier vorstellen: Take Five, gespielt vom Dave Brubeck Quartet. Mal wieder also ein Klassiker neu gehört und angeschaut. Genau, hier findet es sich auf Youtube.

Ein besonderes Vergnügen ist Joe Morello am Schlagzeug. Wunderbar, mit welcher Ruhe er die abgefahrenen Rhythmen hervorzaubert. Außerdem finde ich die Kleidung toll, und das Understatement des Saxophonisten. Vier Minuten Video, die die Zeit vielfach wert sind!

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