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Wie Kinder essen wollen sollen

Donnerstag, 25. September 2008 8:00

Ein interessanter und gleichzeitig sehr amerikanischer Artikel in der NYTimes beschäftigt sich mit dem Thema „Ernährungsfehler von Eltern“. Kurz gesagt geht es darum, wie man Kinder zu gesundem Essen bewegen kann. Und die Erkenntnisse stammen aus Studien verschiedener Universitäten, die irgendwo zwischen „jemand musste es mal wissenschaftlich angehen“ und „lustig“ rangieren. Die methodische Qualität lässt sich aus der Zeitungsverarbeitung nicht erschließen. Aber ein paar nicht ganz triviale Ergebnisse können einfach mal in den Raum gestellt und per Augenschein plausibilisiert werden:

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Psychische Systeme und Therapieformen

Samstag, 13. September 2008 1:02

Eine Warnung vorweg: Der folgende Beitrag ist möglicherweise für Leser, die nichts mit Psychologie zu tun haben, oder wenig Englisch sprechen, wenig informativ. Ich möchte einen kleinen Ausschnitt aus einem Buch zitieren, das ich gerade lese.

Es geht darum, die menschliche Psyche als miteinander interagierende Systeme auf verschiedenen Ebenen zu konzipieren. So weit eigentlich nichts Neues. Dann kann man allerdings die verschiedenen Therapieformen dahingehend unterscheiden, welchem System sie sich überwiegend zuwenden. Und abschließend das versöhnliche Urteil fällen, dass Veränderungen in einem System tatsächlich auch die anderen Systeme verändern, und somit viele verschiedene Wege zum Erfolg führen können.

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Internet und Freiheit

Sonntag, 31. August 2008 7:21

Das Internet ist ja im wesentlichen ein zentraler Teil der großen Konsummaschine geworden. Mir macht es aber in und wieder ein angenehmes Kribbeln, wenn ich lese, dass es immer noch Teil verschiedener emanzipatorischer Bewegungen sein kann. Unter Umständen sind die dann sogar mit Geschäftsinteressen verbunden, wie im Fall der Emanzipation von dem zunehmend paranoider werdenden US-Staatsapparat. Immer mehr Länder und Unternehmen versuchen anscheinend zu vermeiden, dass ihr Internetverkehr über die USA läuft, wo die Sicherheitsdienste mindestens seit dem Patriot Act alles mithören:

Indeed, Internet industry executives and government officials have acknowledged that Internet traffic passing through the switching equipment of companies based in the United States has proved a distinct advantage for American intelligence agencies. In December 2005, The New York Times reported that the National Security Agency had established a program with the cooperation of American telecommunications firms that included the interception of foreign Internet communications.

Some Internet technologists and privacy advocates say those actions and other government policies may be hastening the shift in Canadian and European traffic away from the United States.

“Since passage of the Patriot Act, many companies based outside of the United States have been reluctant to store client information in the U.S.,” said Marc Rotenberg, executive director of the Electronic Privacy Information Center in Washington. “There is an ongoing concern that U.S. intelligence agencies will gather this information without legal process. There is particular sensitivity about access to financial information as well as communications and Internet traffic that goes through U.S. switches.”

Internet Traffic Begins to Bypass the U.S. — NYTimes.com

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Die schöne englische Sprache

Sonntag, 31. August 2008 7:14

Ich nutze meinen Aufenthalt hier in Stanford natürlich für angeregten Austausch nicht nur in englisch, sondern auch über die englische Sprache selbst. Gerade der Professor, mit dem ich zusammenarbeite, ist dafür ein toller Gesprächspartner. Es ist überraschend, wie sehr eigentlich jeder englisch sprechende Mensch seine eigene Sprache hat, mit einem ganz eigenen Wortschatz. Man muss nicht sehr abgefahren unterwegs sein, um Wörter zu verwenden die andere nicht kennen — passiert mir sogar manchmal (und dann rede ich verwirrt mit jemand anderem, der mir versichert dass das kompletter Standard ist…).

Gerade bin ich auf eine Seite aufmerksam gemacht worden, die viele der sprachlichen Verwirrungen, in denen sich englische Muttersprachler befinden, aufgreift. Und auch für Zweitsprachler spannend ist: Common Errors in English.

Mich freuen immer besonders die Sachen, wo französische Wörter in die englische Sprache aufgenommen wurden. Vielleicht weil ich die Aussprache dort schon so lustig finde. Im wesentlichen handelt sich sich da aber um Spitzfindigkeiten zwischen Snobs und Ignoranten.

Lebensnäher sind da schon solche Fragen: loan or borrow?

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China — Internetzensur zum Anschauen

Samstag, 9. August 2008 7:24

Ein nur mäßiger interessanter NYTimes-Artikel über gesperrte Wörter in E-Mail-Adressen verschiedener Freemail-Anbieter birgt einen hochinteressanten Hinweis: Wenn man von der englischen und chinesischen Google-Seite aus nach Bildern zu „tiananmen“ sucht (Bezieht sich auf den „Platz des Himmlischen Friedens“ bzw. das Massaker von 1989 dort) findet man eine unglaubliche Abweichung: google.cn vs. google.com.

Macht das abstrakte Thema Internet-Zensur sehr anschaulich, finde ich. Und bringt mich schon ins Grübeln, über die Situation in China genauso wie über die Frage, ob westliche Firmen da wirklich so fleißig mitmachen müssen. Wie war das noch mit Corporate Social Responsibility und so?

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Evolution auf Gruppenebene

Freitag, 25. Juli 2008 23:09

Eine kleine Meldung aus der NYTimes aus einem Artikel, der sich mit dem Biologen Edward O. Wilson und seiner Forschung zu Ameisen und Sozialer Evolution beschäftigt. Nach dem „Selfish Gene“ schien es ausgemacht, dass die Evolution uns ganze Menschen nur als nötige Transporter der Gene betrachtet, die in der Evolution nur ihr eigenes Vorankommen im Sinn haben (bzw. natürlich keinen Sinn haben, man verzeihe mir die Personifizierung). Neuere Erkenntnisse stellen das wohl in Frage und öffnen die Möglichkeit einer Evolution auf verschiedenen Wirkebenen, unter anderem sogar die Ebene ganzer Gruppen. Womit auch die Möglichkeit eines echten, biologisch verankerten Altruismus plausibler wird. Eigentlich nicht so wild, könnte man denken, wir sind ja nun mal so altruistisch oder egoistisch wie wir eben sind, könnte man meinen. Oder wirkt es sich vielleicht doch auf unser Verhalten aus, was wir für „natürlich“ halten?

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Politik mit harten Bandagen — ein schöner McCain-Zerriss

Freitag, 25. Juli 2008 22:28

In amerikanischen Zeitungen darf man als Op-Ed (Wikipedia erklärt was es genau ist) mutig seine persönliche Meinung schreiben. Und diese Freiheit kann man nutzen, um z.B. den Kandidaten McCain so richtig gründlich zu zerreissen. Wenn man das gelesen hat bleibt das Gefühl zurück, diesen Mann zu wählen sei eine noch größere Katastrophe für Amerika, als Bush gewesen ist. Wow. Ist vielleicht als politische Meinungsbildung nicht zu ernst zu nehmen, aber literarisch auf jeden Fall interessant. Hier ein Ausschnitt:

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Abschied von der Ordnungsökonomik — Markt, Lobbyismus und Politik

Freitag, 25. Juli 2008 22:02

In einem Artikel über Obamas Ausstieg aus der staatlichen Parteienfinanzierung hatte ich schon darüber spekuliert, was das für den demokratischen Prozess bedeutet. Es scheint mir relativ klar, dass ökonomisch starke Interessengruppen weit überproportional auf die demokratische Entscheidungsfindung wirken.

Hier haben wir ein konkretes Beispiel dafür: Viele Europäer hoffen auf Obama als Präsident und erwarten einen echten Neuanfang in der amerikanischen Politik von ihm. In vielen Punkten mögen sie recht haben. Im Artikel „Obama Camp Closely Linked With Ethanol“ lesen wir allerdings die Folge davon, dass auch Obama eine Politik machen muss, die seinen Geldgebern passt. Hier handelt es sich um Subventionen für Biokraftstoff aus Mais. In diesem Fall besonders schockierend und schmerzhaft, weil seine Haltung aus verschiedenen Perspektiven komplett irrational und inkonsistent scheint. Erstens haben sich die ökologischen Hoffnungen auf Biokraftsftoffe ziemlich gründlich erledigt. Zweitens befördert er einen weltwirtschaftlich gesehen sehr fragwürdigen Protektionismus gegenüber Biokraftstoff aus Südamerika. Die Rolle der „Biokraftstoffe“ für die weltweiten Nahrungsmittelpreise ist ein weiteres Problem. Die naheliegende Lösung scheitert am Einfluss von Interessengruppen:

Many economists, consumer advocates, environmental experts and tax groups have been critical of corn ethanol programs as a boondoggle that benefits agribusiness conglomerates more than small farmers. Those complaints have intensified recently as corn prices have risen sharply in tandem with oil prices and corn normally used for food stock has been diverted to ethanol production.

“If you want to take some of the pressure off this market, the obvious thing to do is lower that tariff and let some Brazilian ethanol come in,” said C. Ford Runge, an economist specializing in commodities and trade policy at the Center for International Food and Agricultural Policy at the University of Minnesota. “But one of the fundamental reasons biofuels policy is so out of whack with markets and reality is that interest group politics have been so dominant in the construction of the subsidies that support it.”

Meiner Meinung nach entpuppt sich die schöne Idee eines freien, effizienten Marktes, der von einem Ordnung schaffenden Staat eingerahmt wird, immer mehr als Illusion. Weil die Kräfte im Markt ihren eigenen Rahmen zimmern. Stellt sich natürlich die Frage, wie es statt dessen weitergehen kann?

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Wissenschaft im Alltag — Salt Passage

Freitag, 25. Juli 2008 20:18

Nachdem Prof. Klauer anscheinend eine grandiose Diplomfeierrede mit der deutschen Version dieser Geschichte gehalten hatte, bin ich gerade nochmal über das Thema „Wissenschaftliche Untersuchung der Bewegung von Salzstreuern bei Tisch“ gestolpert. Und habe mich daran gemacht, den „Artikel“, der der Sache anscheinend zu Grunde liegt, zu recherchieren. Er steht geneigten Lesern zum herunterladen zur Verfügung.

Hier schon vorab ein kleiner Auszug:
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Evolution, Moral, Altruismus

Dienstag, 1. Juli 2008 18:04

Zeitgenössische amerikanische Forscher haben viel Interesse an den biologischen und moralischen Wurzeln von selbstlosem, altruistischem, moralischem und fairem Verhalten. Für mich ist diese Forschung einerseits etwas erheiternd, weil unsere Möglichkeit, zu gegenseitigem Nutzen in Gemeinschaften zusammenzuleben, im alltäglichen Leben auseichend demonstriert scheint.

Dennoch bleibt ein doppeltes Interesse bestehen: Zum einen ein philosphisches an besserem Verständnis unserer historisch-evolutionären Wurzeln. Und (wichtiger) als Argument gegen Marktideologen, die sich ja oft genug darauf berufen, dass Menschen nun mal nicht anders könnten als an ihren eigenen Nutzen denken, und deshalb ein System, in dem der Eigennutz zentral ist, die einzige realistische Möglichkeit sei.

In der NYTimes wird jetzt Forschung dargestellt, die sich mit moralischer Heuchelei beschäftigt. Darunter versteht man das Phänomen, Verhalten von anderen an anderen Standards zu messen als das eigene, sich also Handlungen zum eigenen Vorteil zu erlauben, die man an anderen verurteilen würde.

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