Tag-Archiv für » USA «

Obama — Wow!

Montag, 30. März 2009 12:18

Selten habe ich einen Politiker so etwas kluges sagen hören bzw. lesen (Zitat des Tages im NYTimes-Newsletter vom 25.3.2009):

It took us a couple of days because I like to know what I’m talking about before I speak.„
President Obama, defending his decision to wait a few days before expressing anger over bonuses paid to executives of the insurance giant A.I.G.

Einerseits ist man versucht, dahinter auch öffentlichkeitswirksame Strategie zu vermuten. Andererseits ist es erstaunlich, dass andere Politiker anscheinend nicht auf die Idee kommen, dass das vernünftige manchmal auch das ist, was die Wähler hören wollen…

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Die Rache der Politiker

Sonntag, 22. März 2009 14:22

In den USA sorgte es für viel Aufruhr, dass Unternehmen, die Rettungsgelder vom Staat erhielten, trotzdem großzügige Sonderzahlungen an ihre Manager beschlossen. Die Politiker reiten begeistert auf dieser Welle, einmal nicht selbst im Zentrum öffentlichen Ärgernisses zu stehen, und sagen und tun Dinge, die ich nicht für möglich gehalten hätte:

[…]

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Freude der Arbeit

Dienstag, 3. März 2009 16:54

Beziehungsweise hier genauer: Trauer der verlorenen Arbeit. Das Zitat des Tages im NYTimes-Newsletter vom 1.3.2009:

It has been the hardest thing in my life. It has been harder than my divorce from my husband. It has really been even worse than the death of my mother.„
Ame Arlt, who took an hourly wage job in customer service after 20 years of working as an executive.

Mir schaudert es etwas, wenn jemand seinen Beruf so hoch bewertet. Deutet das auf einen wirklich tollen Job oder auf traurig seichte Zwischenmenschliche Beziehungen?

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Die Freiheitsfrage

Mittwoch, 28. Januar 2009 15:45

Schade, dass es blogmäßig bei mir gerade nicht für viel mehr reicht als das Zitat des Tages aus dem NYTimes-Newsletter. Aber immerhin, und das hier ist sehr nachdenkenswert:

They’re telling you how to live and what to do, and they’re doing it right here in America.„
Edith Frederickson, 72, a smoker in Belmont, Calif., where a strict antismoking law effectively outlaws lighting up in all apartment buildings. (NYTimes-Newsletter, Quotation Of The Day, 27.1.09)

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Und immer wieder der Krieg

Freitag, 2. Januar 2009 16:46

Nachdem ich ja selbst in meinem Praktikum im VA-Hospital nahe dran war an den Menschen, die vom Krieg zurückkommen, verfolge ich umso aufmerksamer Nachrichten darüber. Eigentlich steht meine Meinung diesbezüglich schon lange: Der Schaden, den ein Krieg bei allen Beteiligten zurücklässt — und dabei habe ich mehr psychische als körperliche Schäden im Kopf — wird weit unterschätzt. Und ohne sagen zu wollen, dass militärisches Eingreifen immer falsch sein muss, bin ich der Meinung, dass es von vielen Verantwortlichen leichtfertig eingesetzt wird, wenn noch viele andere Möglichkeiten bestünden. Die (zum Glück) scheidende US-Regierung stand ziemlich weit vorne.

Hier also ein Auszug aus einem NY-Times-Artikel, in dem über gesteigerte Anstrengungen der Armee berichtet wird, das Problem von Gewalttaten durch Veteranen einzudämmen, also eigentlich ein erfreuliche Nachricht.

Er enthält einen bewegenden Bericht über die Laufbahn eines jungen Mannes vom „California Surfer“ zum Mörder, mit einigen Randfiguren. Und (zumindest für mich) ergeben sich keine einfachen moralischen Urteile:

[…]

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Islamofaschismus

Freitag, 31. Oktober 2008 1:04

Noch in Stanford (genauer: vor der wunderschönen Landschaft im Yosemite Nationalpark, was sich durchaus etwas schräg angefühlt hat) hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem Freund meines Professors dort. Er stellte sich selbst im wesentlichen als New Yorker Jude und Neo-Con vor. Und erklärte mir, dass er vor allem wegen der Außenpolitik zwei Mal Bush gewählt habe, und jetzt McCain wählen werde. Wichtig sei vor allem, dass ein Präsident die Bedrohung durch den islamischen Fundamentalismus erkenne und ernst nähme. Dieser wird in einer Serie mit Sowjetkommunismus und Nazi-Faschismus als Bedrohung der freien Welt gesehen und entsprechend auch als Islamofaschismus bezeichnet.

Angesichts einer offensichtlich starken emotionalen Bindung an Israel konnte ich diese Argumentation nachfühlen, wenn auch nicht teilen. Aber offensichtlich ist er mit dieser Einschätzung tatsächlich bei weitem nicht allein, wie ein Kommentar in der NYTimes aufzeigt. Und macht mit McCain wohl wirklich eine gute Wahl:

“The transcendent challenge of our time [is] the threat of radical Islamic terrorism,” Senator McCain said in a major foreign policy speech this year, adding, “Any president who does not regard this threat as transcending all others does not deserve to sit in the White House.”

That’s a widespread conservative belief. Mitt Romney compared the threat of militant Islam to that from Nazi Germany or the Soviet Union. Some conservative groups even marked “Islamofascism Awareness Week” earlier this month.

Bleibt nur, wirklich richtig auf Obamas Sieg zu hoffen. Ich möchte mir nicht vorstellen, was jemand im In– und Ausland anrichten kann, der im islamischen Terrorismus die alles überragende Herausforderung dieser Zeit sieht. Dabei dachte ich bisher, McCain sei relativ gemäßigt. Naja, relativ zu Bush stimmt das wohl auch…

Hier übrigens, was ein nicht-NeoCon zu diesen Gedanken sagt:

[…]

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Amerikanische Nachrichtenkultur

Freitag, 26. September 2008 8:24

Keine Angst liebe Freunde, das wird kein zynischer Beitrag. Das ist ein Hinweis, den ich lustigerweise ursprünglich selbst über den Verteiler unserer guten Freunde von AID (Spezialisten in verbaler Armutsbekämpfung) bekommen habe. Es geht um die „Daily Show with Jon Stewart“, eine satirische Nachrichtensendung. Hier eine Sendung, die die große Bankenkrise, Präsidente Bush und hoffentlich-nicht-Präsident McCain abdeckt: 25.9.2008. Eine Seitenhieb auf die dunkle Seite Nachrichtenwesen in Gestalt von Fox News ist aber doch dabei, für alle die „Nachrichtenkultur“ und „amerikanisch“ zusammen eher als dissonant klingend empfinden.

Die Sendungen sind übrigens alle umsonst im Netz zu sehen, respekt!

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Präsidentschaftswahlen

Mittwoch, 24. September 2008 3:55

Eine Sache, die mich hier in Stanford natürlich sehr beschäftigt sind die anstehenden Präsidentschaftswahlen. Kalifornien wird dabei als bereits entschieden betrachtet — hier werden wohl die Demokraten die Wahlmännerstimmen bekommen, in interessantem Widerspruch zur Wahl von Arnold Schwarzenegger als Gouverneur.

Insgesamt ist dadurch aber die Stimmung hier sehr ruhig, beinahe desinteressiert. Abgesehen davon ist unter jungen Leuten die Stimmung ähnlich polarisiert wie in Deutschland: Bush/McCain/Republikaner sind komplett indiskutabel. Da also sowieso jeder weiß was er und andere Leute wählen hat man nicht viel zu bereden, man wartet halt und hofft. Ein wenig Aufruhr hat die Wahl von Palin als „Running Mate“ bzw. Vize-Präsidentschaftskandidatin verursacht, was allgemein als sehr geschickter Schachzug angesehen wurde. Denn obwohl die Dame dem tief rechten Flügel der Republikaner zugeschrieben werden muss erwartet man, dass viele Frauen es so revolutionär und wichtig fänden, eine Frau als Vizepräsidentin und (angesichts McCains‘ Alter und Gesundheitszustand) potenzielle Präsidentin zu haben, dass ihr das eine Menge Stimmen einbringt. Naja, hoffen wir auf die Vernunft der amerikanischen Frauen…

Hier abschließend noch ein Hinweis auf interessante Informationsquellen. Zum einen gefällt mir eine interaktive Karte der NYTimes sehr gut, die eine Gesamtprognose, Wahlumfragen, bisherige Wahlergebnisse und einen kleinen Erklärungstext bietet.

Darüber hinaus hat sich die „Vorhersagenbörse“ Intrade bewährt. Hier war übrigens der Palin-Schock deutlich abzulesen, Obama war von bequemen 60% auf unter 50% gerutscht. Mittlerweile hat sich das erholt, und wenn man sich die Karte mit einzelnen Staaten anschaut kann man glaube ich Mut fassen. Abgesehen davon, dass die flächenmäßige Übermacht der Republikaner einen auf den ersten Blick ziemlich einschüchtert.

Mein politisches Fazit des USA-Aufenthaltes ist damit: „Die Staaten“ sind einfach genau das: Sehr verschiedene Staaten, die abgesehen von der geteilten Sprache sehr lose zusammenhängen.

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