Montag, 4. Januar 2010 19:55
Unter dem sinnigen Namen „Dienstwagen heißt jetzt Nacktscanner“ kommentiert die TAZ den Medienrummel um die neue Durchleuchtung an Flughäfen. Die erste Hälfte ist sehr lesenswert, die zweite ergeht sich leider in einem etwas an den Haaren herbei gezogenen Vergleich zur Freigabe unserer Persönlichkeit im Internet.
Meine volle Zustimmung hat die TAZ jedenfalls hier: „Während die Öffentlichkeit lautstark über den Scanner streitet, nimmt sie weitaus gravierendere Eingriffe in Freiheitsrechte klaglos hin“. Genau das war mein Gefühl auch oft. Natürlicherweise fühlt sich die Vorstellung, mehr oder weniger nackt auf einem Bildschirm aufzutauchen, nach einem sehr intimen Eingriff an. Ist aber nicht das schlimmste, was im Umfeld der Terrorjagd passiert.
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Freitag, 25. Dezember 2009 18:37
In New Jersey, einem anscheinend besonders extremen Beispiel für den ohnehin hohen Anteil von Gefängnisinsassen an der Gesamtbevölkerung, bewegt sich vielleicht etwas. Wie so oft angestoßen von ökonomischen Erwägungen. Anscheinend kehren derzeit zwei Drittel der Entlassenen binnen drei Jahren zurück hinter Gitter:
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Freitag, 25. Dezember 2009 2:21
Die NYTimes berichtet von einer Annäherung von Neurowissenschaften und Pädagogik, mit großen Schritten in der Grundlagenforschung und ersten Erfolgen in der Praxis. Klingt auf der einen Seite spannend und nach beträchtlichem humanistischem Potential. Andererseits scheint es zuerst dazu verwendet zu werden, den kleinen schon vor dem Kindergarten Mathe beizubringen. Ist sicher nicht falsch, besonders wenn damit Kindern mit problematischem familiärem Hintergrund geholfen wird. Aber bleibt hoffentlich nicht die einzige Richtung, in die geforscht wird.
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Freitag, 25. Dezember 2009 1:34
Ein NYTimes-Science-Artikel mit dem reißerischen Titel „Sorry, Vegans: Brussels Sprouts Like to Live, Too“ hat naturgemäß meine Neugier geweckt. Darin finde ich zum Glück über die Einleitung hinaus keinen ernsthaften Versuch, das Essen von Pflanzen moralisch auf eine Stufe mit dem Essen von Tier(produkt)en zu stellen. Statt dessen ein kleiner Streifzug durch die vielseitigen Möglichkeiten von Pflanzen, mit ihrer Umwelt zu interagieren, welche die neue Forschung enthüllt.
Es gibt ausgefeilte Immunreaktionen bis hin zu Lockstoffen, die die Fressfeinde der eigenen Fressfeinde herbeilocken. Es gibt freundliche und feindselige Interaktion mit anderen Pflanzen der Umgebung, eigener und anderer Spezies. Und alles passiert sehr schnell — was bei Pflanzen heißt: teilweise in unter einer halben Stunde. Faszinierend.
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Montag, 14. Dezember 2009 20:47
Ein interessanter NYTimes-Magazin-Artikel berichtet über die Erfahrung mit dem Versuch, eine Ehe als Projekt zu verstehen, mit demselben Anspruch, den wir an alle anderen Projekte und Tätigkeiten unseres westlichen Lebens stellen: immer besser zu werden.
Man erfährt beim Lesen einiges über verschiedene Schulen der mehr oder weniger psychologisch-wissenschaftlich fundierten Paarberatung. Und vielleicht auch ein bisschen darüber, wie gesund ein solcher Anspruch an das Leben im Allgemeinen und die Beziehung im Besonderen ist.
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Sonntag, 15. November 2009 0:57
So ähnlich fühlt es sich an, mal wieder über Mankiws Blog auf einen interessanten Artikel zur Ökonomie zu stoßen — Michel Spence, selbst Nobelpreisträger und Ökonom, fasst im Forbes Magazin die Arbeiten und Erkenntnisse der diesjährigen Nobelpreisträger, Elinor Ostrom und Oliver Williamson, zusammen.
Im Kern klingt das nach einem unbefangenen Blick auf das, was Märkte können, und was sie nicht können. Und beschäftigt sich anschließend ausführlich mit der Frage, welche Alternativen wir haben, und wo die sich bewähren. Viele Fragen, mit denen ich mich schon beschäftigt habe, werden angesprochen:
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Freitag, 13. November 2009 4:49
Über Greg Mankiw lese ich eine spannende Diskussion des Klimawandels von ökonomischer Seite. Und gleichzeitig ein Lehrstück in Konstruktivismus: Yoram Baumann in einem E-Mail-Austausch mit dem „Superfreakonomen“ Steven Levitt. Wie problematisch eine aus lauter „richtigen Fakten“ zusammengesetzte Darstellung sein kann!
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Samstag, 31. Oktober 2009 20:25
Ein wenig schmunzle ich, aber überwiegend freue ich mich: Ein junger Berliner, so berlinerisch wie es nur geht, hat den Veganismus für sich entdeckt, hat eine Internetseite mit guten Rezepten für besondere Anlässe, und einen YouTube-Kochkurs, der mindestens so unterhaltsam wie lehrreich ist. Sogar auf Englisch.
Hier mal ein Vorschlag zum Einstieg: Vegane Buletten …
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Sonntag, 18. Oktober 2009 2:16
Ein in sehr angenehmem Erzählton geschriebener NYTimes-Op-Ed präsentiert die provokante These, dass unsere aktuelle Finanzkrise darauf zurückzuführen ist, dass die „smart guys“ anfingen, an der Börse zu arbeiten. Die Argumentation braucht ein paar Schritte, aber sie macht so viel Sinn, dass man sich am Ende fragt, ob vielleicht was dran ist:
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Mittwoch, 14. Oktober 2009 0:04
Das NYTimes-Magazin berichtet ausführlich von einer zweijährigen Studie, die den Effekt einer 25%igen Kalorienreduktion in normalgewichtigen Menschen untersucht. Studien an Ratten hatten schon lange den faszinierenden Befund ergeben, dass reduzierte Kalorienzufuhr das Leben deutlich verlängern könnte, wobei die Übertragbarkeit auf Menschen fraglich war.
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