Tag-Archiv für » Quatsch «

Hinter verschlossenenen Türen

Donnerstag, 1. März 2007 22:33

Der gestrige Abend brachte für Johannes und mich eine interessante Erfahrung: Wie es ist, wenn man aus seiner Wohnung möchte und die Türe einfach nicht aufgeht.

Irgend ein Teil des Schließmechanismus war gebrochen, so dass die Türe weder mit der Klinke noch mit dem Schlüssel zu öffnen war. Zum Glück hatten wir noch genügend Vorräte ;-)

Heute morgen hatten wir zum Ausgleich das Vergnügen, eine Viertelstunde lang den Bohrgeräuschen des Spezialisten zu lauschen und live mitzuverfolgen, wie man eine Türe aufbricht.

Jedenfalls sind wir wieder frei, haben eine reparierte Türe und sind um eine lustige Erinnerung reicher.

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Wie schön, dass es noch Intellektuelle gibt

Dienstag, 27. Februar 2007 1:23

Hier ein cooler Franzose, der ein Buch darüber geschrieben hat, dass man Bücher nicht lesen muss, und damit eine Lanze für ein kulturell aktives Leben bricht. Ein unglaublich lustiger Typ. Und nebenbei erfährt man natürlich, was der richtige Zugang zum Lesen eines Buches ist.

Ein weiterer Aspekt, der mich schon lange fasziniert: Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Klasse prägt heute noch entscheidend, mit welchem Gefühl man bestimmten Bereichen des Lebens begegnet, und wie souverän man sich dort bewegt. So gibt es in Frankreich den Intellektuellen, der per definition, ab Geburt, kultiviert ist. Entsprechend lässig kann er mit Kultur umgehen — und aus dieser Souveränität heraus ist sein Zugang natürlich so, dass er wirklich kulturelle Kompetenz erwirbt. Eine positive selbsterfüllende Prophezeihung also. Schade nur, dass so viele Menschen davon ausgeschlossen bleiben.

Ähnlich scheint es sich auch in Deutschland mit upper-class Umgangsformen zu verhalten. Mit denen aufgewachsen zu sein und zu wissen, wann man sie auch brechen darf, ist die Kompetenz, von der Aufsteiger immer wieder ausgestochen und entlarvt werden.

Aber hier endlich zu den schönen Ausschnitten eines Interviews mit besagtem französischen Intellektuellen:

[…]

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Alte Freinde, Londoner Innenstadtmaut und Zeitungshumor

Dienstag, 27. Februar 2007 1:04

Hier eine Meldung aus der NYTimes über die diplomatischen Verwicklungen, die sich aus etwas so banalem wie einer Innenstadt-Maut ergeben können:

Ever since the London authorities imposed a charge to drive into the city center in 2003, the United States Embassy has stood as a beacon of automotive defiance, refusing to pay what its diplomats call a tax from which they should be exempt.

London officials imposed a charge to drive into the city center in 2003, and almost doubled the area this week, to roughly 15 square miles. But when city leaders almost doubled the size of the charging zone this week, casting their net over an area housing many more embassies, the Americans suddenly acquired new allies in their resistance, including from unusual quarters like France, which has not always been quite so supportive of American diplomacy.

Like the Americans, the French and some others — including Russia and Belgium, according to the British press — maintain that international protocols, known as the Vienna Convention on Diplomatic Relations, forbid the imposition of taxes on diplomats.

French Join U.S. Résistance Over London Traffic Charge — New York Times

Wir lernen:

  1. Selbst in einer seriösen Zeitung schleichen sich flapsige Formulierungen ein, wenn über eine kleine Sache groß berichtet werden soll. Man beachte schon die „Résistance“ im Titel, aber auch Wendungen wie „beacon of automotive defiance“ — poetisch!
  2. Die amerikanischen Wunden des französischen Aufbegehrens zu Irak-Zeiten sind immer noch nicht verheilt, selbst jetzt wo man selbst einsieht, dass das ganze Quatsch war, und hoffentlich mit Obama einen Präsidenten wählt, der das schon immer gesagt hat. Aber dieser Seitenhieb hat Stil: „France, which has not always been quite so supportive of American diplomacy.„
  3. Diplomatie ist voll von Ritualen, die eigentlich keinen Sinn mehr machen in einer Zeit, in der das praktisch ein normaler Beruf ist. Und trotzdem irgendwie schön sind. Vermutlich, weil sie so wie die Regelungen, die Parlamentarier vor Strafverfolgung schützen, an die jungen, wilden, gefährlichen Tage der Politik erinnern…

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Sportidee: Unterwasser-Rugby

Sonntag, 25. Februar 2007 0:08

Nachdem ich bekanntermaßen eine hohe Affinität zum Wasser habe, besonders was sportliche Aktivitäten angeht, hat mich ein Bericht über Unterwasser-Rugby in der Zeit echt fasziniert. Die folgenden Ausschnitte machen deutlich, dass ich das unbedingt mal ausprobieren muss. Ich werde nach Gelegenheiten Ausschau halten. Ein bisschen ärgert es mich im Nachhinein, dass in München nach meinem Schwimmtraining im Hochschulsport immer eine Unterwasser-Rugby-Gruppe gespielt hat, und ich nur mit irritiertem Blick daran vorbeigeschlendert bin. Hoffentlich hat da auch das kleine Freiburg etwas zu bieten!

[…]

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Exkremisten gegen „Bild“

Dienstag, 20. Februar 2007 15:42

Unbekannte haben in München die Bild-Zeitungskästen mit absurden Titeln überklebt. Und kaum einer hat’s gemerkt.
Auf den ersten Blick konnte man die Fälschung kaum enttarnen — vielleicht deshalb, weil der Inhalt an Absurdität kaum zu überbieten ist: „‚Leser‘ wehrt euch! 23 Exkremisten dönern deutsche Buben zu Tode“.
Bild

Rätselhafte Plakataktion Exkremisten gegen „Bild“? — München — sueddeutsche.de

Wunderbar! Die Schlagzeile liest sich wirklich wie eine von der Bild. Und es wundert mich nicht, dass kaum jemand darüber nachgedacht hat, was das wohl soll.

Sehr gut gefällt mir übrigens auch der Seitenhieb der SZ, die Fälschung sei deswegen kaum zu enttarnen, weil an Absurdität kaum zu überbieten (und damit den echten Bild-Schlagzeilen sehr ähnlich?) :-)

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Welt der Worte

Mittwoch, 14. Februar 2007 16:10

Es gibt mit tagcrowd.com eine Internetseite, auf der man kostenlos eine sogenannte „Tag Cloud“ eines eigenen Textes erzeugen kann — eine visuelle Darstellung der häufigsten Wörter. Ist echt interessant zu sehen, was zentrale Begriffe eigener oder fremder Texte sind.

Tipp: In der Blacklist sollte man „German Common Words“ auswählen, sonst wird es langweilig :-)

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In eigener Sache: Google-Treffer

Sonntag, 11. Februar 2007 21:34

Ich habe ja ein tolles Besucherstatistik-Programm als Plugin zu diesem Blog laufen, das mir eine Menge spannende Informationen liefert. Abgesehen davon, dass ich schon um die 10 Besucher pro Tag (!) begrüßen darf, worüber ich mich sehr freue, habe ich etwas Lustiges entdeckt: Das Programm zeigt nämlich an, von welcher Internetseite jemand zu mir kam (wenn er die Adresse nicht direkt eintippt oder per Lesezeichen kommt, was schon die meisten tun). Und ich bekomme immer wieder Verweise von Google!

Wenn man also z.B. nach den Begriffen „Klimawandel Rinder“ googelt (die ja nicht eigentlich zentrale Inhalte der Seite sind…), findet man mich recht weit oben — direkt hinter lauter mega-seriösen Sachen:

Google Klimawandel Rinder

Erklär mir mal jemand, wie das geht!

Übrigens: Mit dem Suchbegriff „Gedankenraum“ bin ich an zweiter Stelle von über 600 Treffern. Yeah!

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Internet-Videos, mal wieder: World of Warcraft in South Park

Montag, 5. Februar 2007 12:18

Mit herzlichem Dank an Petschko hier ein interessanter Link: Mittlerweile befinden sich ja fast alle Episoden aller Fernsehserien irgendwo in den Weiten von YouToube und Co. Man muss sie nur finden… Und dabei hilft http://www.tv-links.co.uk, das auf die einzelnen Filme verlinkt.

Habe gerade eine neue South Park-Folge angeschaut, mit dem verheißungsvollen Titel „Make Love, Not Warcraft“ (Der Link führt direkt zum Film). Es geht darum, dass ein Typ in Warcraft so mächtig geworden ist, dass er selbst die Administratoren töten kann. Und jetzt alle Spieler auslöscht. Wie konnte er so mächtig werden? Er spielt rund um die Uhr…

Kleiner Dialog, eine der vielen witzigen „Board of Directors“-Szenen im Blizzard-Hauptquartier. Was kann man gegen den Amok laufenden Freak tun?

Der Chef: Gentlemen, we are dealing with someone here who … has absolutely no life
Frage des asiatischen Board-Members: How do you kill that which has no life?

Diese Folge zeigt mal wieder, warum ich South Park mag: Etwas kleines ganz wichtig nehmen und darin zeigen, wie die Welt so tickt. Mit tausend kleinen Späßen wie dem oben zitierten

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Sparsamkeit

Mittwoch, 31. Januar 2007 1:47

Ich hoffe, mich damit nicht in die radikale Schwaben-Ecke zu stellen. Aber die Meldung und vor allem das Bild von den löchrigen Socken des Weltbankchefs Paul Wolfowitz finde ich ziemlich cool. Ich meine, hey — sein Anzug ist teuer genug…

Socken der Weltbank

(Bild: SZ online)

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Lebenszeitökonomie

Donnerstag, 25. Januar 2007 0:55

Das internationale Zahlungsmittel, überall anerkannt: Lebenszeit. Sehr knappe Resource, sonst müsste ich nicht nachts um kurz vor eins meine Einträge hier schreiben.

Eine Frage, die sich mir gerade ganz akut stellt: Wie viel meiner Lebenszeit möchte ich in banale Euros tauschen, und zu welchem Kurs? Mache ich den Hiwijob in der Sozialpsychologie oder mache ich ihn nicht?

Der Wert dessen, was außer Geld dabei rausspränge, ist meiner derzeitigen Perspektive nach sehr gering. Also werde ich wohl eher versuchen, mich fernzuhalten. Wenn ich nur wüsste, was ich statt dessen machen möchte?!

Leider kann man die Lebenszeit ja nicht auf einer Bank lagern und dann investieren, wenn man das richtige Spekulationsobjekt gefunden hat. Muss laufend ausgegeben werden ;-)

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