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	<title>Gedankenraum &#187; Deutschland</title>
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	<description>Meine Gedanken. Deine Gedanken. Unsere Gedanken</description>
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		<title>Anti-Islamismus vor dem Hintergrund es Antisemitismus</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Nov 2010 18:15:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem ZEIT Interview, das sich nur knapp explizit auf Sarrazin bezieht, aber trotzdem sicherlich in die mit ihm explodierte Diskussion einzuordnen ist, bezieht ein Berliner Historiker und Antisemitismus-Experte seine Erkenntnisse auf den heutigen Umgang mit Minderheiten, vor allem Muslimen. Spannend! Er spricht mir aus der Seele, wenn er fordert, historische Forschungserkenntnisse für die Gegenwart [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In einem <a href="http://www.zeit.de/2010/47/NS-Forschung?page=all">ZEIT Interview</a>, das sich nur knapp explizit auf Sarrazin bezieht, aber trotzdem sicherlich in die mit ihm explodierte Diskussion einzuordnen ist, bezieht ein Berliner Historiker und Antisemitismus-Experte seine Erkenntnisse auf den heutigen Umgang mit Minderheiten, vor allem Muslimen. Spannend! Er spricht mir aus der Seele, wenn er fordert, historische Forschungserkenntnisse für die Gegenwart relevant zu machen:</p>
<p><span id="more-884"></span></p>
<blockquote><p>Denn all die Arbeit ist nichts als antiquarische Liebhaberei, wenn man daraus nicht auch einen Nutzen für die Gegenwart zieht: Sich mit dem Holocaust zu beschäftigen heißt für mich, zu fragen, wohin Diskriminierung führt. Jedes genozidale Geschehen beginnt mit der kategorialen Zuschreibung von Eigenschaften zu einer bestimmten Gruppe.</p></blockquote>
<p>Und noch eine interessante Denkfigur:</p>
<blockquote><p>Wer antisemitische Vorurteile hegt, klagt gern über den angeblichen jüdischen Einfluss in der Presse oder an den Börsen. So etwas äußert man dann mit dem Zusatz »Aber das darf man ja nicht sagen«. Auf diese Weise steigert man noch das Gefühl der vermeintlichen Bedrohung: Die Fremden und ihre Helfershelfer wollen einem den Mund verbieten! Die populistische »Islamkritik« funktioniert ganz ähnlich. Da ist dann nicht die Rede von einer Weltverschwörung, aber von einer drohenden Islamisierung.</p></blockquote>
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		<title>Nassehi über Inhalt und Form von Sarrazins Äußerungen</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Oct 2010 23:21:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin leider mittlerweile so weit vom Münchner Geschehen entfernt, dass es eines Artikels in der NYTimes bedarf, um mich darauf aufmerksam zu machen, dass sich schon vor einiger Zeit der von mir geschätzte Soziologe Armin Nassehi in der FAZ zu Sarrazin geäußert hat. Allerdings liest sich dieses immer noch sehr gut als Nachwort und [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin leider mittlerweile so weit vom Münchner Geschehen entfernt, dass es eines <a href="http://www.nytimes.com/2010/10/29/opinion/29Habermas.html">Artikels in der NYTimes</a> bedarf, um mich darauf aufmerksam zu machen, dass sich schon vor einiger Zeit der von mir geschätzte Soziologe Armin Nassehi <a href="http://www.faz.net/-01ixj5">in der FAZ zu Sarrazin geäußert hat</a>.</p>
<p>Allerdings liest sich dieses immer noch sehr gut als Nachwort und Legitimation von Sigmar Gabriels Stellungnahme, die ich <a href="http://gedankenraum.neuerplan.org/2010/09/27/ende-der-diskussion-gabriel-uber-sarrazin-in-der-zeit/">schon vor einer Weile hier lobend erwähnt habe</a>.</p>
<p>Der Tonfall ist insgesamt ruhiger als bei Gabriel, und er bezieht sich mehr auf die gesamte Breite von Sarrazins Thesen, auch diejenigen, die als legitimer Beitrag zu einer wichtigen Diskussion verstanden werden können. Sehr gut gefällt mir die Balance zwischen inhaltlicher und, wenn man so möchte, meta-textlicher Kritik, die Nassehi trifft. Sie wird schon im Eingangsabsatz deutlich:</p>
<p><span id="more-800"></span></p>
<blockquote><p>Die Debatte um Thilo Sarrazins Thesen hat sich verändert. Die erste Aufregung über den Ton und die biologistischen Begründungsmuster ist verebbt. Jetzt werden seine Thesen auf jene sozialpolitischen Teile reduziert, über die schon länger debattiert wird. Dennoch ist es ein Fehler, an den biologistischen Argumenten vorbeizulesen. Denn in ihnen wird deutlich, dass Sarrazin nicht an Lösungen interessiert ist, sondern lediglich Ressentiments bedient. Und es sind vor allem die Ressentiments, für die er Beifall bekommt, weniger für die Argumente.</p></blockquote>
<p>Es folgen eine kurze historische Einordnung, ein guter Überblick über den Stand der Nature-Nurture-Debatte und eine Ergänzung und Erweiterung von Sarrazins Wahrnehmung von Migranten. Besonders wertvoll finde ich seine abschließenden Thesen zur politisch-praktischen Frage von Holschuld und Bringschuld:</p>
<blockquote><p>Gegen diese Argumentation würde Sarrazin die Bringschuld der Institutionen gegen die Holschuld der Betroffenen ausspielen. Wer so argumentiert, ist offensichtlich in seinem Habitus ebenso gefangen wie der anatolische Einwanderer in seinem segregierten Milieu. Sarrazin macht es sich sehr einfach, von den Bildungsverlierern jene Disposition zu verlangen, die erst hergestellt werden muss. Sarrazins Argumentation setzt voraus, was sie erzeugen will.</p></blockquote>
<p>So ermutigend es ist, dass im emotional erregten Deutschland noch mit solcher Klarheit gedacht und geschrieben wird, so besorgniserregend sind <a href="http://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen/politik/sarrazin-wirbel-um-auftritt-in-muenchen-therapeut-und-brandstifter-1.1006734">Berichte der SZ</a> über die Stimmung bei einer öffentlichen Diskussion mit Sarrazin und Nassehi des Münchner Literaturhauses:</p>
<blockquote><p>„Ich bin wirklich erschrocken gewesen“, sagt Nassehi am Tag danach. Nassehi ist ein geübter Diskutant und Vortragsredner, aber so etwas, bekennt er, „habe ich noch nicht erlebt“.</p>
<p>Dabei haben sowohl Steingart als auch Nassehi Einwände gegen Sarrazins Buch vorgebracht, über die zu diskutieren gelohnt hätte. Steingart hielt Sarrazin neben den verquasten Passagen zum Thema Intelligenz vor allem den feindseligen Ton vor, in dem er schreibe. „So redet man nicht mit Menschen“, sagte Steingart. Er jedenfalls habe sich nach der Lektüre den Kopftuchmädchen näher gefühlt als je zuvor. Für dieses Bekenntnis erntete der Journalist heftige Buh-Rufe.</p>
<p>Nassehi ging es noch schlimmer, als er auszuführen versuchte, warum Sarrazins These von der biologischen Vererbung von Intelligenz Unsinn sei, weil sich bestimmte Merkmale und Verhaltensweisen sozial vererben würden. „Aufhören“- und „Oberlehrer“-Rufe schallten dem Professor entgegen und als Nassehi dann Thilo Sarrazin einen „Kleinbürger“ nannte, der mit einer ungeordneten Welt nicht klar komme, verlor das Publikum endgültig seine Contenance.</p></blockquote>
<p>Nassehi selbst hat immerhin eine Erklärung für dieses Phänomen, aber eine Lösungsperspektive bleibt er schuldig:</p>
<blockquote><p>Die Frage ist, warum die Naturalisierung des Anderen, Fremden so attraktiv erscheint. Es ist offensichtlich der Versuch, einer verunsicherten Mittelschicht einfache Erklärungen anzubieten. Eine Welt, in der alles auch anders sein könnte, in der Perspektivendifferenzen und Pluralität unvermeidliche Erfahrungen sind, suggeriert die Natur Eindeutigkeit und Gewissheit.</p></blockquote>
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		<title>The heated German debate about immigration explained to friends abroad</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Oct 2010 22:32:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[English]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[I take the opportunity to point my American and other friends abroad to an excellent NYTimes Op-Ed by renowned German philosopher Jürgen Habermas, who takes on the task of explaining and historically locating the recent debate about immigrants that exploded with a book by Thilo Sarrazin. He also deals with two other important contemporary phenomena [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>I take the opportunity to point my American and other friends abroad to an excellent <a href="http://www.nytimes.com/2010/10/29/opinion/29Habermas.html">NYTimes Op-Ed</a> by renowned German philosopher Jürgen Habermas, who takes on the task of explaining and historically locating the recent debate about immigrants that exploded with a book by Thilo Sarrazin. He also deals with two other important contemporary phenomena (in his words: „attraction to charismatic nonpoliticians and the grass-roots rebellion in Stuttgart“). To German readers, I think the article is still worth the time, linking together seemingly disparate events in a broad frame of interpretation.</p>
<p>His final paragraph strikes a moderatly optimistic tone, and could well be read as an appeal to American voters in the upcoming mid-terms:</p>
<p><span id="more-798"></span></p>
<blockquote><p>The United States has a president with a clear-headed political vision, even if he is embattled and now meets with mixed feelings. What is needed in Europe is a revitalized political class that overcomes its own defeatism with a bit more perspective, resoluteness and cooperative spirit. Democracy depends on the belief of the people that there is some scope left for collectively shaping a challenging future.</p></blockquote>
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