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One Dollar, one vote? Obama on corporate sponsored ads

Dienstag, 24. August 2010 23:46

In a special post for my English-speaking friends and followers – I think my first English post ever, wohooo! – I want to point to an interesting video by Barack Obama. He is talking about a recent Supreme Court decision to allow (as far as I understand) unlimited and basically anonymous (!) ads targeting the electorate.

I already read and wrote about this more than a year ago (for something like an English version try Google Translate). Well, here is what Obama says:

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Industrielle Tierproduktion wird Thema

Samstag, 14. August 2010 22:21

Mit einer Mischung aus Entsetzen und Freude lese ich einen Artikel in der Süddeutschen über die Proteste gegen den Bau einer riesigen Hähnchenschlachtanlage (voll ausgebaut wäre es die größte Europas). Was mich entsetzt bedarf nicht vieler Erläuterung, aber ein paar Zahlen möchte ich doch zitieren, sie stammen aus der derzeitigen Großanlage des Unternehmers: 6 Wochen lang ist der “Leben”szyklus der beteiligten Hühner, ein Kilo ihres Fleisches kostet im Discounter unter 6 Euro. Pro Jahr wandern knapp 120 Millionen Hähnchen durch die alte Fabrik, das sind 200.000 Tonnen Fleisch, ca. ein Viertel der deutschen Produktion.Die neugeplante Fabrik soll rund 135 Millionen schaffen.

Das Erfreuliche ist dabei: Die radikale (vegane) Protestbewegung schafft es auf relativ positive Weise in die Presse. Und es gibt starke Gegenbewegungen auch aus der Mitte der lokalen Bürgerschaft. Ungünstige Vernetzungen in der Politik werden deutlich – der Mann der niedersächsischen Landwirtschaftsministerin besitzt Deutschlands zweitgrößte Putenbrüterei.

Alles in allem zeigt das für mich einen positiven Trend in Deutschland an. Und mindestens in Bezug auf Hühnerfleisch sieht es im internationalen Vergleich auch schon gut aus: 10,7 Kilo wurden 2009 im Durchschnitt verzehrt, der EU-Schnitt sind 17,1, in Brasilien und den USA (?!) sind es über 40 Kilo… Es gibt viel zu tun, aber es ist auch schon viel getan.

PS: Die subversive Seite der Berichterstattung kann man auf Blogsport verfolgen

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Wozu ist unser Gedächtnis da?

Samstag, 7. August 2010 15:45

Im Kontext einer Gerichtsverhandlung mit widersprüchlichen Zeugenaussagen berichtet die Süddeutsche im Wissens-Ressort vom Stand der psychologischen Forschung zum Gedächtnis. Das Fazit ist recht einfach:

Das Gedächtnis ist primär kein Archiv des vergangenen Lebens, sondern ein willfähriges Instrument zur Bewältigung der Gegenwart.

Verschiedene interessante Experimente, die auch im Artikel berichtet werden, zeigen, dass spätere Ereignisse sich mit den früheren Erinnerungen vermischen, genau wie Mediendarstellungen, damalige und heutige Motive, individuelle und kollektive Sinnstrukturen, und vieles andere mehr.

Was das ganze für Gerichtsprozesse bedeutet, wo Zeugenaussagen ja einen zentralen Stellenwert haben, ist eine wichtige und schwierige Frage. Für den Alltag meine ich, dass man es durchaus als Einladung verstehen kann, wie von Konstruktivisten verschiedentlich vorgeschlagen, unsere Alltagserzählungen mit anderen als dem Wahrheitskriterium zu bewerten. Und für die Wissenschaft? Dass wir uns überlegen müssen, ob wir es für möglich und wünschenswert halten, unsere biologischen Wahrnehmungs- und Erinnerungssysteme, die offensichtlich nicht auf eine objektive Abbildung der Wirklichkeit ausgelegt sind, durch technische Systeme zu ersetzen, die das zu leisten versuchen.

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Vom freien Flug des Gen-Rapses

Freitag, 6. August 2010 18:44

Laut Süddeutsche Wissen gibt es aus den USA jetzt konkrete Hinweise, dass gentechnisch veränderter Raps auswildert, und dabei durchaus auch verschiedene gentechnisch veränderte Linien sich kreuzen. Erstaunt niemanden, aber es ist wohl nötig, solche Belege zu haben, in privaten Diskussionen ebenso wie in der Politik.

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Wieviel sind gute Lehrer wert?

Freitag, 6. August 2010 16:57

Irgendwie ist man sich einig, dass gute Lehrer total wichtig sein müssen, im Sinne eines frühen, positiven Einflusses auf die Entwicklung. Und vermutet mit Alltagsverstand, dass man sich eine Menge späterer Ausgaben für Arbeitslosigkeit, aber vermutlich auch Kriminalität sparen könnte. Und insgesamt die Volkswirtschaft ankurbeln würde, wenn man da mehr investierte.

Die NYTimes berichtet von einer aktuellen Studie, die solche Fragen zu beantworten versucht. Zunächst ist festzuhalten, dass die bisherigen Ergebnisse eher gegen starke Effekte der frühen Schulqualität sprachen:

How much do your kindergarten teacher and classmates affect the rest of your life?

Economists have generally thought that the answer was not much. Great teachers and early childhood programs can have a big short-term effect. But the impact tends to fade. By junior high and high school, children who had excellent early schooling do little better on tests than similar children who did not — which raises the demoralizing question of how much of a difference schools and teachers can make.

Allerdings bezogen sich diese Befunde auf den späteren Schulerfolg – der Erfolg im Beruf wurde nicht erfasst. In einem großen Feldexperiment (die Schüler wurden den Klassen randomisiert zugewiesen) mit 12.000 Schülern in Tennessee, die seit den 80ern untersucht werden, konnte das jetzt erstmals berichtet werden:

Just as in other studies, the Tennessee experiment found that some teachers were able to help students learn vastly more than other teachers. And just as in other studies, the effect largely disappeared by junior high, based on test scores. Yet when Mr. Chetty and his colleagues took another look at the students in adulthood, they discovered that the legacy of kindergarten had re-emerged.

Students who had learned much more in kindergarten were more likely to go to college than students with otherwise similar backgrounds. Students who learned more were also less likely to become single parents. As adults, they were more likely to be saving for retirement. Perhaps most striking, they were earning more.

Diese Effekte zu quantifizieren ist der einfachere Teil der Studie:

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Muddy Libertarianism

Donnerstag, 1. Juli 2010 0:34

In einem schönen kleinen Beitrag im Econimix-Blog der NYTimes findet man einen guten Überblick über Libertarismus als politische (und ökonomische) Philosophie. Ein Anwendungsbeispiel zur Legalisierung von Drogen zeigt, dass das keinesfalls immer mit der republikanischen Seite im amerikanischen politischen Diskurs zusammen passen muss. Der Schwerpunkt liegt aber woanders:

I always find it refreshing to take a quick, clean intellectual shower in the cold, pure waters of libertarian thought, but I find myself most interested in the murky areas on the edge of libertarianism [...].

Und in wenigen Sätzen zum aktuellen Debakel im Golf von Mexico führt der Autor, ausgehend von libertären Idealen, überzeugend zu einer breiteren Staatsidee:

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Gender: Elternzeit und Jungenspiele

Donnerstag, 17. Juni 2010 13:30

Wenn ich sonst nicht viel Zeit für Nachrichten habe, schaue ich mir gerne die meistgelesenen Artikel auf NYTimes.com an (ganz unten auf der Seite). Dieses Mal finden sich zwei Artikel über Geschlechterrollen und gesellschaftliche Entwicklungen in diesem Bereich, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Einer über Elternzeit in Schweden, von der (wie bei uns seit wenigen Jahren auch) ein Teil nur vom Vater in Anspruch genommen werden kann. Der Erfolg in Schweden ist überzeugend:

Eight in 10 fathers now take a third of the total 13 months of leave — and 9 percent of fathers take 40 percent of the total or more — up from 4 percent a decade ago.

Vor dem Hintergrund macht auch eine durchaus gewagte und diskussionswürdige Aussage der Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei dort Sinn, die als vielleicht bald erste weibliche Regierungschefin dort die Monate, die nur von Vätern abgerufen werden können, auf vier verdoppeln will:

Sometimes politicians have to be ahead of public opinion.

Und dann kann man noch einen Kommentar über ein groß aufgezogenes Casting von Mädchen in Verbindung mit Wetten über die meisten sexuellen Kontakte lesen, das von Jungs an einer Privatschule in einem Vorort von Washington betrieben wurde. Und das meine amerikanische Freundin nicht überrascht und nur wenig empört hat …

Interessant auch, dass es ein empörter Vater eines der Mädchen ist, der in dem Artikel zu Wort kommt. Muss man das als weitere Reproduktion von sozialer Verfügungsgewalt von Männern über Frauen einordnen?

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Euro-Quiz-Video – was wir uns alle schulden

Sonntag, 30. Mai 2010 22:48

Unter dem trefflichen Titel “Lending merry-go-round”, gefunden über einen Post von Greg Mankiw. Hier ist das Video:

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Mehrwertsteuer und Gerechtigkeit

Montag, 24. Mai 2010 23:26

Greg Mankiw diskutiert in der NYTimes die Vor- und Nachteile der Mehrwertsteuer. Interessant, und für den Europäer ein bisschen lustig, ist sie uns doch schon vollkommen selbstverständlich. Ein Problem der politischen Linken mit der Steuer zeigt wunderbar, wie unterschiedlich man Gerechtigkeit verstehen kann. Und dass ökonomische Grundbildung schon fast zur elementaren Alphabetisierung gehört:

The tax has the same effect on rich and poor, as gauged by a proportion of their spending. But because high-income households save a higher fraction of their income, they will pay a lower fraction of their income.

Also: Zunächst mal ist die Steuer für alle gleich. Reiche geben mehr Geld aus als Arme, zahlen also mehr – man könnte die Steuer als progressiv begreifen. Dann wiederum geben sie aber einen geringeren Anteil ihrer Einnahmen aus, sparen mehr, zahlen also im Verhältnis zum Einkommen weniger Steuer. Damit wird die Mehrwertsteuer formal betrachtet eine regressive Steuer!

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Merkel und Deutschland in der Postmoderne

Sonntag, 2. Mai 2010 12:20

Die ZEIT hat einen sehr schönen Artikel zu Merkels zehnjährigem CDU-Vorsitz veröffentlicht, schon vor einer Weile, aber man kommt ja zu nichts heutzutage :)

Und wie schon öfter bin ich auch diesmal ein wenig überrascht von dem positiven Bild, das von der Kanzlerin gezeichnet wird. Obwohl (und vielleicht gerade weil) man nicht so viel von ihr sieht im politischen Alltag kann man sich gut erzählen lassen, wie viel Gedanken und Kommunikation hinter ihrer Arbeit stecken. Zusammen mit einer schönen Schilderung der gewachsenen Komplexität und demokratischen Durchdringung unserer Gesellschaft gibt das einen nachvollziehbaren Argumentationsfaden, warum Merkel eigentlich die perfekte Kanzlerin für diese Zeit ist (zu dem eigentlich später mehr):

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